RindKälberWie Sie den Keimdruck im Mutterkuhbetrieb senken

Wie Sie den Keimdruck im Mutterkuhbetrieb senken

In der Weidesaison ist der Keimdruck und damit auch das Risiko für Kälberkrankheiten geringer als in der Stallsaison. Foto: Taferner

Von Hans-Jürgen KUNZ

 

Wie Landwirte aus Erfahrung wissen, sind manche Kälber anfälliger als andere. Das bedeutet, sie haben weniger Widerstandskraft und bei ihnen brechen Krankheiten eher aus. Achten Sie daher besonders auf die Sauberkeit rund um die Geburt. Wechseln Sie die Einstreu im Abkalbebereich am besten nach jeder Geburt. Treten vermehrt schwere Durchfälle in den ersten Tagen auf, desinfizieren Sie Wände und Stalleinrichtung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Einsatz von Desinfektionsmitteln, die für diese Erregergruppen geprüft wurden und deren Einsatz für diese Gruppen empfohlen wird.

 

Der Erregerdruck, insbesondere von Erregern, die Durchfall auslösen, kann wirkungsvoll durch Hygienemaßnahmen (Wechsel der Einstreu,  ausreichend frische Luft) gesenkt werden. Je weniger gesunde Kälber mit kranken zusammen sind, umso geringer der Keimdruck für das gesunde Kalb. Trennen Sie daher, wenn möglich, Kälber mit Durchfall von der Gruppe. Das ist in der Stallperiode wichtiger als während der Weidesaison. Auf den Weiden ist der Erregerdruck deutlich geringer.

 

Haltung entscheidet

 

Eine Untersuchung Alfonso Lago, einem Milchwirtschaftsexperten aus Kalifornien aus dem Jahr 2006 zeigt, dass der Einfluss eines erhöhten Erregerdrucks immer im Zusammenhang mit den übrigen stallbaulichen Maßnahmen gesehen werden muss. Lago fand zwei zwei bedeutende Einflussgrößen, die das Risiko für Atemwegserkrankungen bei Kälbern erhöhen. Einerseits die gemessene Konzentrationen von Bakterien in der Stallluft, andererseits das Risiko für Kälber an einer Pneumonie zu erkranken. Der Wissenschaftler untersuchte dabei verschiedene Formen der Einzelhaltung bei niedrigen Temperaturen, die sich am Liegekomfort und am Vorhandensein oder auch Nichtvorhandensein von seitlich geschlossenen Buchtenabtrennungen unterscheiden.