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Wie der Brexit den Milchmarkt beeinflussen wird

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Quelle: PHILIPPE MONTIGNY/shutterstock.com

Im aktuellen Newsletter des Instituts für Ernährungswirtschaft Kiel (ife) blicken Erhard Richarts und Holger D. Thiele auf die Entwicklungen am Milchmarkt. So lautet ihre Prognose:

Milcherzeugung bleibt hinter den Erwartungen

In Deutschland und Frankreich bleibt die Milchanlieferung hinter den im Vorjahr gelieferten Mengen zurück. In den USA hält die Expansion an, in Ozeanien sinkt die Milcherzeugung saisonal, wobei sich die Erholung der Erzeugung von den voraufgegangenen Dürrejahren abgeschwächt hat.

Verbesserung bei Milchpulver und Butter in Sicht

Anfang November zeigten sich Schwächen am EU-Markt, erkennbar an den gesenkten Notierungen für Magermilchpulver. Hierbei wirkte sich auch die Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar aus. Inzwischen kann die Nachfrage nach Magermilchpulver am Weltmarkt das EU-Angebot immer weniger ignorieren, weil offensichtlich aus anderen Ländern, darunter auch den USA, nicht mehr so viel zur Verfügung steht wie noch gebraucht wird. Auch die Butterpreise haben sich zuletzt am Weltmarkt gefestigt, was aber in der EU noch nicht angekommen ist.

Keine Zölle auf Milchprodukte

Bis zum endgültigen Vollzug des Brexit zur Jahreswende sind noch umfangreiche Mengen an Milchprodukten, vor allem Käse, nach Großbritannien geliefert worden, was die Märkte für Butter und Käse bis zum Jahresende gestützt und vermutlich für relativ knappe Bestände auf dem Kontinent gesorgt hat. Am Heiligabend hat man sich auf ein vorläufiges Handelsabkommen zwischen der EU auf der einen und dem Vereinigten Königreich auf der anderen Seite einigen können. Gleichwohl besteht bei den Marktbeteiligten Unsicherheit hinsichtlich der Preisentwicklung zu Beginn des Jahres 2021 wegen der Pandemie und den Verzögerungen und höheren Kosten im Milchproduktehandel mit Großbritannien. Auch wenn das EU-UK-Abkommen noch der endgültigen Zustimmungen der EU-Mitgliedsstaaten, des UK-Parlamentes und des EU-Parlamentes bedarf, ein positives Signal ist sicherlich, dass keine Importzölle die EU-Milchprodukte in Großbritannien belasten. Dennoch werden neue Grenzkontrollen und Nachweise zu Marktstörungen und höheren Transaktionskosten im Handeln zwischen beiden Handelspartnern führen.