ForstVorsicht bei der Seilwindenarbeit

Vorsicht bei der Seilwindenarbeit

Bedienungsfehler können schnell zu Quetschungen an den Händen führen.
Quelle: Fottner

In den letzten Jahren hat die Zahl der im Privatwald eingesetzten Dreipunkt-Anbauseilwinden stark zugenommen. Für viele Waldbesitzer wird dadurch die bestandes- und bodenschonende Bewirtschaftung ihres Waldes erleichtert. Die meisten Dreipunktseilwinden verfügen über eine maximale Zugkraft zwischen 40 und 80 Kilonewton, was einer Zugkraft von etwa 4 bis 8 Tonnen entspricht. Jeder kennt den Spruch: „Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied“. Gleiches gilt für die Kraftübertragung von der Seilwindentrommel zum angehängten Stamm. Das System Seil, Seilendverbindung und Anschlagkette muss den maximal auftretenden Zugkräften sicher standhalten. Ist nur ein Teil beschädigt oder zu schwach dimensioniert, kann es zu schwersten Unfällen kommen. Deshalb müssen alle Komponenten mindestens das Doppelte der maximalen Windenzugkraft aushalten.

Bruch der Umlenkrolle

Insbesondere bei einem Kettenriss kann das beschleunigte Metall problemlos das Schutzgitter der Seilwinde durchschlagen. Dies gilt gleichermaßen für Stahl- und Dyneemaseile (Kunststoffrückeseile). Da Seile wie Ketten bei der Waldarbeit einem hohen Verschleiß ausgesetzt sind, ist eine ständige Überprüfung auf Materialschäden unabdingbar. Eine physikalische Besonderheit tritt bei der Verwendung einer Umlenkrolle auf. Hier kann, analog zum Flaschenzug, die auftretende Kraft bis zum doppelten der maximalen Windenzugkraft ansteigen. Demnach ist es nur logisch, dass sich niemand im Innenwinkel einer Seilumlenkung aufhalten darf, denn hier wirken immense Kräfte. Kommt es zum Bruch der Umlenkrolle fliegt diese zusammen mit dem Seil geschossartig durch die Luft. Deshalb ist auf eine ausreichende Dimensionierung und einen sorgfältigen Einbau der Rolle größtes Augenmerk zu legen.

Sicheren Standort wählen

Bleiben wir bei der hohen Zugkraft, die unsere Seilwinde leistet. Wird nun ein Stammabschnitt