MarktMilchmarktUnterschiedliche Milchpreisentwicklung

Unterschiedliche Milchpreisentwicklung

Das spürbar höhere Angebot drückte die Preise in einigen Bereichen. In Summe lag die Menge der verkauften Molkereiprodukte deutlich über dem Niveau der vorhergehen Auktion.
Quelle: Vetta

Während Butter zur Schwäche neigte, stieg die Notierung für Buttermilchpulver stark an. Magermilchpulver gab leicht nach, Vollmilchpulver dagegen legte spürbar zu. Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, stieg geringfügig um 0,1 %. Bei den zwei Auktionen im Mai war zuerst ein Minus von 0,8 % und dann ein Plus von 1 % verzeichnet worden. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung am internationalen Milchmarkt.

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) gab beim gestrigen Event um 2,9 % auf 3.960 USD/t nach. Bei Butter kam es zu einem weiteren Rückgang um 4,4 % auf 3.631 USD/t. Die Butter-Notierung war an der GlobalDairyTrade bis Anfang April 2020 relativ stabil, seither tendiert sie nach unten. Bei Buttermilchpulver wurde gestern der stärkste Anstieg verzeichnet, und zwar um 9,4 % auf durchschnittlich 2.344 USD/t.

Cheddar-Käse wurde auch diesmal niedriger bewertet, der Index sank um 5,3 % auf 3.520 USD/t. Die Cheddar-Kurse waren an der GlobalDairyTrade von Dezember 2019 bis April 2020 stark gestiegen, seit Mai neigen sie zur Schwäche. Bei Laktose verringerte sich die Notierung gestern im Mittel um 4,1 % auf 1.279 USD/t.

Notierung für Milchpulver gefestigt

Unterschiedlich tendierte gestern auch Milchpulver: Der Index für Magermilchpulver gab um 0,5 % auf 2.530 USD/t nach. Die mittlere Notierung für Vollmilchpulver erhöhte sich dagegen um 2,1 % auf 2.761 USD/t.

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 21.968 t verkauft, damit lag die Menge deutlich über dem Niveau der vorhergehenden Auktion (16.787 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter lag bei 166.

Butterpreise nähern sich dem EU- und US-Niveau an

Die Analysten sehen die jüngste Kursentwicklung mit gemischten Gefühlen. Das spürbar höhere Angebot habe diesmal die Preise in einigen Bereichen gedrückt, betonen sie. Bei Butter halte die negative Tendenz an, hier erfolge offensichtlich eine Annäherung an das Preisniveau in Europa und den USA. Butter wurde Ende Mai in der EU im Mittel um 3.107 USD/t gehandelt und in den USA um 3.563 USD/t, während der mittlere Kurs in Ozeanien bei 3.850 USD/t lag.

Positiv sieht man in Neuseeland, dass sich die Notierung für das Leitprodukt Vollmilchpulver nach mehreren Rückgängen bei der gestrigen Auktion wieder leicht gestärkt präsentierte. Dies wird vom Marktführer Fonterra als positives Zeichen für den Start in die neue Milchsaison 2020/21, die im Juni begonnen hat, gewertet.