SchweinSchweinefütterungUnerwartet große Nachfrage treibt Sojapreise

Unerwartet große Nachfrage treibt Sojapreise

Die Corona-Krise beeinflusst den Warenverkehr weltweit. Die Sojaschrotpreise legen in Folge dessen zu.
Quelle: Weißnegger

Mit Blick auf die überraschend angeordneten Grenzschließungen und zwischenzeitlichen Diskussionen um die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten orderten deutsche Viehhalter Mitte März große Mengen an Mischfutter, wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) Ende März in einer Aussendung mitteilte. Die massiven Käufe befeuerten die Mischfutterherstellung und damit den Rohstoffbedarf der Produzenten und ließen die Nachfrage nach Proteinkomponenten regelrecht explodieren, so die UFOP weiter. Beim Sojaschrot kamen weitere preistreibende Einflüsse vom Weltmarkt dazu. Darunter der kräftige Anstieg der Kurse in Chicago, die in der 13. Kalenderwoche das höchste Niveau seit August 2018 erreichten.

Preisentwicklung von Soja- und Rapsschrot.
Quelle: UFOP/AMI

Grenzschließungen in Südamerika beeinträchtigen Transport von Soja

Ein weiterer Faktor ist die geringere Sojaschrotproduktion in Argentinien, ausgelöst durch die Insolvenz einer großen Ölmühle. Die Ausbreitung der Corona-Pandemie und die Verhängung von Grenzschließungen in Argentinien und Brasilien bremsen Transporte und Verladungen in den Exporthäfen zusätzlich, obwohl der Warenverkehr die Grenzen eigentlich ungehindert passieren soll.

Weitere Lieferengpässe möglich

„Zusammengefasst bedeutet dies für den deutschen Markt, dass die derzeit sehr lebhafte Nachfrage nach Sojaschrot auf ein unzureichendes Angebot trifft. Weitere Lieferengpässe sind möglich, sollte die Pandemie die Transportlogistik noch weiter einschränken. Genau dieser Gefahr wollen viele Viehhalter durch Vorratskäufe vorbeugen. Infolge der rasant gestiegenen Nachfrage sind die Preise für Sojaschrot seit Mitte März um durchschnittlich 19 % gestiegen. Rapsschrot legte im gleichen Zeitraum um 16 % zu,“ warnt die UFOP weiter.