ForstSymptome der Afrikanischen Schweinepest

Symptome der Afrikanischen Schweinepest

Ein verendetes oder krank wirkendes Wildschwein ist unverzüglich der jeweiligen Veterinärbehörde zu melden.
Quelle: Foto: Martin Prochazkacz/shutterstock

Seit 15. Dezember 2019 ist in Österreich die neue ASP-Revisions- und Frühwarnverordnung des Gesundheitsministeriums in Kraft. Demnach ist jedes tot aufgefundene Wildschwein im gesamten österreichischen Bundesgebiet sofort den Veterinärbehörden zu melden, um eine Ausbreitung der Afrikanische Schweinepest (ASP) zu verhindern. Auch Verdachtsfälle (krank erscheinende Tiere) sollten der Behörde gemeldet werden, so der Dachverband „Jagd Österreich“. „Die Afrikanische Schweinepest ist eine Tierseuche, gegen die es keinen Impfstoff gibt. Mit der Revisions- und Frühwarnverordnung werden nun schärfere Maßnahmen ergriffen, um ein Überschwappen der Tierseuche aus betroffenen Ländern nach Österreich zu vermeiden“, erläutert‚ Jagd Österreich‘-Präsident und Landesjägermeister Norbert Walter. Sollten Jäger ein verendetes oder krank wirkendes Wildschwein sehen, ist unverzüglich die jeweilige Veterinärbehörde zu informieren. Diese wird veranlassen, dass amtliche Proben aller gemeldeten Tiere entnommen und an die AGES Mödling (Referenzlabor für ASP) übermittelt werden sowie eine entsprechende Kennzeichnung des Fundortes erfolgt. Darüber hinaus soll die Probe dem Fundort zugeordnet werden können. Im Revisionsgebiet – also ab sofort in ganz Österreich – ist bei der Jagd auf Wildschweine vom Jagdausübungsberechtigten dafür Sorge zu tragen, dass die Bejagung so erfolgt, dass die Ausbreitung der etwaig vorhandenen Seuche bestmöglich hintangehalten wird.

Typische Krankheitsanzeichen für die ASP

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Wild- und Hausschweine betrifft. Sie wird einerseits von Tier zu Tier (Blut, Speichel, Sperma) übertragen. Andererseits ist eine indirekte Übertragung durch kontaminierte Speiseabfälle, Kadaver oder Futtermittel möglich. Verbreiten kann sich die ASP auch über Trophäen, Fleisch, Werkzeuge, Kleidungsstücke oder Transportfahrzeuge aus Risikoregionen. Die ASP stammt ursprünglich aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. 1957 trat das Virus erstmals in Europa auf. Nach Österreich und Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest bisher noch nicht eingeschleppt. Die Gefahr ist aufgrund zahlreicher Fälle in Nordosteuropa aber sehr hoch. Eine sichere Diagnose, ob ein Wildschwein an ASP erkrankt ist, lässt sich nur im Labor stellen. Daher muss bei Schwarzwild jedes Fallwild untersucht werden. Es gibt aber bestimmte Krankheitsanzeichen, die bei infizierten Wildschweinen auftreten und auf die Jäger besonders achten können:
• reduzierte Futteraufnahme, Abmagerung
• Abgeschlagenheit, verringerte Fluchtbereitschaft
• hohes Fieber (> 41 °C) ab dem dritten bis vierten Tag nach der Infektion
• erhöhte Atemfrequenz
• Durchfall
• Lungenentzündung, Bindehautentzündung
• unsicherer, torkelnder Gang (Ataxie) sowie Schläfrigkeit (Somnolenz) ab dem achten Tag
• Ruderbewegungen, Bewegungsstörungen, Desorientiertheit
• Tod nach sechs bis zehn Tagen bei nahezu 100 % der infizierten Tiere in allen Altersgruppen.

Veränderungen der Organe

Für Jäger sind neben den äußerlich erkennbaren Symptomen einer ASP-Infektion Veränderungen der Organe von besonderer Bedeutung. Zu den Organveränderungen, die im Zuge der ASP auftreten, gehört

Schaum an der Rüsselscheibe weist auf ein hochgradiges Lungenödem hin.
Quelle: Friedrich Loeffler-Institut

fast immer ein Lungenödem (Wasser- oder Schaumansammlung in den Atemwegen). Am lebenden Tier fallen Atemnot und Schaum vor der Rüsselscheibe auf. Eine weitere Auffälligkeit – die aber nicht immer auftreten muss – kann eine stark geschwollene und brüchige Milz sein. Die Lymphknoten sind häufig im gesamten Körper dunkelrot bis schwarz, vergrößert und im Anschnitt blutig. Besonders markant sind diese im Bereich der Leber und des Magens. Auf diese Stellen sollten Sie besonders achten. Andere Organe können ebenfalls von Einblutungen betroffen sein, wie etwa die Blase, die Gallenblase, der Darm und die Haut. Symptome auf der Haut sind beim Schwarzwild aufgrund der

Die vergrößerte, brüchige Milz eines an Afrikanischer Schweinepest verendeten Keilers.
Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

dunklen und dichten Behaarung jedoch schlecht zu erkennen. Bei der Jagd sollten Jäger in Hinblick auf ASP besonders darauf achten, ihre Kleidung und das Fahrzeug nicht mit dem Schweiß (Blut) von Wildschweinen zu verunreinigen. Tragen Sie beim Aufbrechen unbedingt Handschuhe und reinigen Sie alle Werkzeuge, das Schuhwerk und den Transportbehälter. Nach dem Kontakt mit toten Wildschweinen sollten Sie die Kleidung wechseln und bei mindestens 40 Grad Celsius mit Waschmittel reinigen. Eine Desinfektion ist grundsätzlich mit allen Mitteln gegen behüllte Viren möglich. Anwendung finden z. B. säurebasierte Desinfektionsmittel, Peressigsäure und Zitronensäure. Auch Formalin sorgt dafür, das Virus zu inaktivieren.