ForstSpagat zwischen Forstschutz und Ökologie

Spagat zwischen Forstschutz und Ökologie

Pro Silva Austria zeigte im Rahmen einer Exkursion andere Wege bei Aufarbeitung und Waldumbau nach Borkenkäferbefall. Mit Revierbetreuer Markus Wedenig erlebten knapp 60 Teilnehmer trotz feuchtem Wetter einen „heißen Tag“. Foto: Senitza

Markus Wedenig betreut rund 600 ha Privatwaldbesitz südlich des Keutschacher Sees in Kärnten. In diesem extrem vorratsreichen Revier auf der Sattnitz sind die Fichten seit Jahren stark vom Buchdrucker (Ips typographus) befallen. Der Ausgangspunkt für diese Borkenkäferproblematik waren Schneebruchschäden nach dem Eisregen 2014, die teilweise nicht ausreichend schnell aufgearbeitet wurden. „Insgesamt wurden im Revier wischen 2014 und 2018 rund 78.000 Festmeter (fm) Schadholz geerntet“, erzählt Wedenig im Rahmen einer Exkursion von Pro Silva Austria. – Der Verein zur Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung zeigte bei einem Erfahrungsaustausch mit Forstexperten in diesem Kärntner Revier neue Wege zum Waldumbau nach dem Borkenkäferbefall auf.
Durch eine intensive und genaue Flächenkontrolle versucht Markus Wedenig jeden neuen Borkenkäferbefall frühzeitig zu erkennen. Durch die rasche Fällung und Abfuhr des Holzes werden die Borkenkäfer aus dem Wald und im Zuge der mechanischen Entrindung auf den Sägewerken auch zum Absterben gebracht. Diese Methode wenden auch die Bayerischen Staatsforste und vielen private Forstbetrieben in Österreich an. Diesen Weg aber in den kleinparzellierten Bauernwald zu übertragen ist eine besondere Herausforderung, wie die Diskussion mit den anwesenden Vertretern des Forstdienstes bestätigte. Käferexperte Carolus Holzschuh konnte im Rahmen der Exkursion zeigen, dass im Stammfußbereich der abgestorbenen Fichten und in den abgefallenen Rindenteilen im Bast noch reichlich Borkenkäfer leben, die bei steigenden Temperaturen eine weitere Ausbreitung befürchten lassen.

Waldumbau zu Mischwald
Die Walderneuerung erfolgt im Revier auf der Sattnitz weitgehend durch natürliche Verjüngung der nicht befallenen Mischbaumarten

Auch in den abgefallenen Rindenteilen leben im Bast noch reichlich Borkenkäfer. Foto: Senitza