MarktSchweinemarktPolitik soll chinesischen Schweinemarkt zugänglich machen

Politik soll chinesischen Schweinemarkt zugänglich machen

Die Afrikanische Schweinepest ist bei Wildschweinen in Deutschland angekommen. Das führt zur Marktverwerfungen.
Quelle: alex.mag.fotos/shutterstock.com

Der Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei aktuell sechs Wildschweinen in Brandenburg lässt die Marktpreise für Schweinefleisch einbrechen. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) setzte ihre Notierung vergangenen Freitag vorzeitig um 20 Cent nach unten. Besonders der Verlust der Drittlandsmärkte für deutsches Schweinefleisch bereitet der gesamten Branche sowie nun auch der Politik und Verbänden große Sorgen.

Regionalisierung soll Schweinemarkt stabilisieren

Innerhalb der Europäischen Union kann der Handel mit Schweinefleisch ungestört weitergehen – abgesehen von den von ASP betroffenen Gebieten. Grund dafür ist das Regionalisierungsprinzip. Es besagt, dass nur jene Gebiete vom Handel ausgeschlossen werden, die direkt von der ASP betroffen sind. Die wichtigsten Drittstaaten wie China erkennen dieses Prinzip jedoch nicht an. Die bisher geführten politischen Verhandlungen dahingehend verliefen ergebnislos. Nun sollen die Gespräche intensiviert werden. Dass ein Land die Regionalisierung anerkennen könnte, zeigt jüngst ein Beispiel aus Australien, wo Anfang September solch ein Abkommen mit dem wichtigsten Kunden Singapur vereinbart wurde.

Gegen eine Anerkennung Chinas spricht laut Johann Schlederer von der Österreich-Börse jedoch, dass China damit alle anderen Länder brüskieren würde, die bisher um eine Anerkennung der Regionalisierung gekämpft hatten. Bei politischen Verhandlungen dürfe man aber nichts ausschließen.

Politik soll Verhandlungen mit China intensivieren

Der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp, sprach sich am Dienstag in einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dafür aus, auf höchster Ebene schnellstmöglich die Verhandlungen mit China zu den Veterinärzertifikaten voranzutreiben und in Bezug auf die ASP-Freiheit eine Regionalisierung zu fordern. Dem DRV-Präsidenten zufolge kann auch zu gegebener Zeit die Maßnahme einer privaten Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch geeignet sein, um den Markt zu entlasten und zu stabilisieren. Holzenkamp bat die Ministerin darum zu prüfen, ob die Einführung solch eines Instrumentes auf europäischer Ebene geeignet sei.