BioBio-LebenObst sammeln ohne Kreuzweh

Obst sammeln ohne Kreuzweh

Die Obstraupe soll das Streuobstsammeln wieder attraktiver machen. Über die elektrisch angetriebenen Gummilamellen wird das Obst in die Kiste befördert.
Quelle: Vetta

Jeden Herbst stehen Besitzer von Streuobstwiesen vor derselben Aufgabe: Das reife Obst muss vom Baum heruntergeschüttelt, aufgesammelt und verarbeitet werden. Vor allem das Aufklauben ist zeitaufwendig und körperlich anstrengend. Für diese mühevolle Arbeit gibt es seit Kurzem eine Alternative. David Brunmayr, Lukas Griesbacher und Stefan Bermadinger, Gründer der Firma Organic Tools, haben ein Gerät – die Obstraupe – entwickelt, mit dem das Sammeln von Äpfeln, Mostbirnen und Co. schnell und einfach funktionieren soll. Bestellt haben wir die Obstraupe über das Internet direkt beim Hersteller. Im Kofferraum eines Kombis findet die eingeklappte Maschine Platz für den Transport. Beim Zusammenbauen der Obstraupe hatten wir keine Probleme, in etwa zehn Minuten waren die Räder montiert und die Kisten platziert. Das verarbeitete Material – Edelstahl bzw. Alu – hinterließ einen hochwertigen Eindruck bei uns. Bevor die Arbeit beginnen kann, muss der E-Bike-Akku etwa drei Stunden lang aufgeladen werden. Laut Hersteller hat der 36-Volt-Akku eine Kapazität von 10,4 Ah. Die Standardversion der Obstraupe mit zwei Obstkisten sowie einem Akku und einer Laubbürste kostet aktuell 2.295 Euro (alle Preise inkl. 20 % MwSt.). Ein Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten, ein zusätzlicher Akku kostet 249 Euro.

Die Obstraupe wird mit einem E-Bike-Akku betrieben.
Quelle: Vetta

Die Inbetriebnahme der Obstraupe ist denkbar einfach. Nachdem der Akku eingesetzt ist und die Kisten platziert sind, muss nur der Hebel zum Einschalten der Lamellen betätigt werden. Der Anwender schiebt den Wagen über die Streuobstwiese. Über die elektrisch angetriebenen Gummilamellen wird das Obst in die Kiste befördert. Ist die Kiste voll, muss sie händisch entleert oder gegen eine leere Kiste getauscht werden. Auf der Obstraupe können zwei bis drei Kisten mitgeführt werden. Die Handhabung gefiel uns gut, die Maschine ist simpel zu bedienen. Die Drehzahl der Lamellen lässt sich individuell einstellen. In unserem Test bemerkten wir, dass unterschiedliche Obstsorten mit unterschiedlicher Drehzahl eingesammelt werden müssen. Für Nüsse wird beispielsweise eine höhere Drehzahl benötigt. Grundsätzlich sammelt die Raupe das Obst schnell und sauber ein. Vereinzelt prallten Äpfel von den Lamellen ab oder fielen auf steileren Flächen seitlich aus der Kiste heraus. Bei der neuen Version wurden die Seiten des Aufnahmerosts höher gezogen. Dies soll seitliches Herausfallen verhindern. In Mulden blieben Äpfel zurück, weil die Lamellen diese nicht erreichten.

Grundsätzlich mussten wir feststellen, dass sich die Maschine nicht gut für hügeliges bis steiles Gelände eignet. Die Hersteller empfehlen das Gerät bis zu einer Steigung von ca. 25 %. Ist der Boden uneben oder geht es leicht bergauf, muss der Wagen vorne etwas angehoben werden.

Eine weitere Beobachtung: Bewegt man die Maschine rückwärts (die Drehrichtung der Lamellen bleibt dabei gleich), werden die Früchte gründlicher eingesammelt, als wenn man sie nach vorne schiebt. Weil die Räder der Obstraupe nicht angetrieben sind, ist es vor allem für schwächere Personen schwierig, das Gerät zu bewegen. Leer wiegt die Obstraupe 29,5 kg – sind die Kisten zusätzlich beladen, ist das Gerät deutlich schwerer. Im steilen Gelände