AckerbauNoch mehr Getreide aus Russland

Noch mehr Getreide aus Russland

Das Moskauer Landwirtschaftsministerium will die Getreideproduktion bis 2035 ordentlich ausbauen. Foto: Pavel L Photo and Video/shutterstock.com

Die russische Getreideproduktion soll nach den Plänen des Moskauer Landwirtschaftsministeriums in den kommenden 15 Jahren aus eigener Kraft deutlich wachsen. Dies geht aus einem Strategiepapier hervor, das die russische Regierung am vorvergangenen Freitag (16.8.) genehmigt hat. Demnach soll die Getreideproduktion der Russischen Föderation bis 2035 im Vergleich zu 2018 um bis zu 33 % auf 150,3 Mio t ausgeweitet werden. Dieser Menge dürfte dann ein geschätzter Verbrauch von 86,6 Mio t Getreide gegenüberstehen, so dass Exporte von bis zu 63,6 Mio t möglich wären. Damit würde der 2017/18 erreichte Ausfuhrrekord Russlands, der sich nach Angaben des Internationalen Getreiderats (IGC) auf 53 Mio t Getreide belief, deutlich übertroffen.

Betriebe müssen investieren

Die für die Erhöhung der Getreideproduktion erforderlichen Investitionen beziffern die Moskauer Beamten auf insgesamt rund 3 400 Mrd Rbl (58,8 Mrd Euro). Davon würden 3 300 Mrd Rbl (57,1 Mrd Euro) für den Kauf von Traktoren und Mähdreschern benötigt, weitere 81 Mrd Rbl (1,4 Mrd Euro) für die Erschließung neuer Anbauflächen und 10,9 Mrd Rbl (189 Mio Euro) für den Kauf von Ackerland. Außerdem seien Investitionen von etwa 709 Mrd Rbl (12,3 Mrd Euro) zur Schaffung und Modernisierung der Kapazitäten der Getreide- und Futtermittelindustrie vonnöten. Die Investitionen in die Entwicklung der Infrastruktur werden auf 281 Mrd Rbl (4,9 Mrd Euro) angesetzt. Außerdem dürften rund 12,5 Mrd Rbl (216 Mio Euro) für die wissenschaftliche und technische Unterstützung des ehrgeizigen Plans anfallen. Der Vizepräsident der Russischen Getreideunion (RZS), Alexander Korbut, kritisierte, dass die neue Strategie keine staatliche Unterstützung der Getreideerzeuger vorsehe. Die Betriebe müssten selbst investieren.