AckerbauBodenNeue Funktionen im E-Bod

Neue Funktionen im E-Bod

Quelle: Böck

Die elektronische Bodenkarte (E-Bod) hat seit kurzem zwei neue Funktionen bzw. Eigenschaften hinzugefügt bekommen. Zum einen das Nitratrückhaltevermögen der Böden, zum anderen die nutzbare Feldkapazität. Beide stehen direkt in Zusammenhang mit dem Wasserspeichervermögen des Bodens. Wir haben dazu den Entwickler der beiden Karten, Erwin Murer vom Institut für Kulturtechnik und Bodenwasserhaushalt am Bundesamt für Wasserwirtschaft, befragt.

 

Die nutzbare Feldkapazität

…ist jene Menge Wasser, die ein Boden entgegen der Schwerkraft pflanzenverfügbar speichern kann. Es ist somit auch das Wasser, welches den Pflanzen in Zeiten der Trockenheit zur Verfügung steht. Tiefgründige Böden sind hier im Vorteil. Angegeben ist die Feldkapazität in mm Wasser bzw. l/m2 im 1-m-Profil.

Das Nitratrückhaltevermögen

…ist die Fähigkeit des Bodens, aufgrund seiner Eigenschaften das Auswaschen von Nitrat mit dem Sickerwasser zu verhindern. Das Nitrat ist Bodenwasser-gelöst und verlagert sich mit ihm in tiefere Bodenschichten. Anders als bei der nutzbaren Feldkapazität spielt hier aber das gesamte Bodenwasser eine Rolle – also auch das sogenannte Totwasser in den Feinporen – auf das die Pflanzenwurzeln keinen direkten Zugriff haben. Das Nitratrückhaltevermögen steigt mit der Wasserhaltefähigkeit. Je höher das Nitratrückhaltevermögen, desto höher kann theoretisch eine einzelne Stickstoffgabe ausfallen. Je geringer das Rückhaltevermögen, desto bedarfsgerechter müsste ein Schlag gedüngt werden.

Ertragspotential ableiten

Nicht zuletzt, da auch das Ertragspotenzial mit sinkendem Rückhaltevermögen abnimmt, sollten auf diesen Böden die einzelnen Gaben nicht zu hoch ausfallen. Im Regionalprogramm Graz bis Radkersburg ist das Nitratrückhaltevermögen bereits ein Maß für die Düngestufe. Diese Eigenschaft auch in der neuen Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung als Orientierungswert miteinzubinden, wurde von Murer bereits vorgeschlagen.

 

Die Angaben in der Bodenkarte sind keine Momentaufnahme sondern geben nur Auskunft über das Potenzial des Bodens und wurden aus den anderen Bodeneigenschaften berechnet. Eine undurchdringbare Pflugsohle, Bodenverdichtungen und andere Fehler in der Bewirtschaftung fließen hier nicht ein. Sie können aber sehr wohl die beiden Eigenschaften drastisch beeinflussen. Eine Funktion bzw. Eigenschaft, die der neuen E-Bod jetzt noch fehlt, ist die Einteilung der Erosionsgefahr. Diese wird laut Murer, mittelfristig je nach Budget, nachgereicht.

 

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