LandtechnikBranchennewsMähdrescher-Markt in Österreich bricht um fast 40 % ein

Mähdrescher-Markt in Österreich bricht um fast 40 % ein

Auch Claas, der Marktführer in Österreich, konnte in diesem Jahr deutlich weniger Mähdrescher verkaufen als in den Jahren davor.
Quelle: Hersteller

Selbst Claas, der Marktführer in Österreich, musste einen deutlichen Rückgang hinnehmen, was die Stückzahlen betrifft. Den Marktanteil konnte Claas dagegen fast stabil halten, er liegt weiterhin bei knapp 60 %. Während der Zweitplatzierte New Holland auch schon bessere Jahre erlebt hatte, konnten die gelben Mähdrescher sogar deutlich an Marktanteilen dazugewinnen und liegen nun bei gut 17 %. Auch bei John Deere auf Rang drei sind die Stückzahlen der neu zugelassenen Mähdrescher gesunken, der Marktanteil bleibt mit rund 10 % relativ stabil. Einen größeren Einbruch muss dagegen Case IH verkraften, sowohl was die Stückzahlen betrifft, als auch den Marktanteil, der sich mit rund 5 % mehr als halbiert hat. Nähere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle.

Bis minus 35 % auch für Gesamtjahr erwartet

Mit einer Erholung des Mähdreschermarktes bis Jahresende rechnet Rudolf Dietrich nicht mehr. Laut dem Obmann des Club Landtechnik Austria (der diese Zulassungsstatistik erstellt hat) wird im Gesamtjahr 2020 wohl ein Minus von rund 30 bis 35 % hängen bleiben, wie er auf LANDWIRT-Anfrage schätzt. Somit rechnet er mit einer gesamten Stückzahl von 65 bis 70 neu zugelassenen Maschinen in 2020. Im Vergleich dazu lag das Marktvolumen in den Jahren zuvor weitgehend konstant bei rund 100 neu zugelassenen Mähdreschern. Eine schlüssige Erklärung für diesen plötzlichen und starken Rückgang von 2019 auf 2020 hat auch Dietrich aktuell noch nicht. Als mitverantwortliche Gründe vermutet er eine geringere Investitionsbereitschaft der Landwirte im trockenen Frühling sowie eine gewisse Marktsättigung bei den Mähdreschern – die vermutlich immer mehr überbetrieblich statt einzelbetrieblich eingesetzt werden, was die Stückzahlen sinken lassen würde. Für etwas Entspannung am Mähdreschermarkt könnte laut Dietrich die Covid-19-Investitionsprämie in Höhe von 7 % sorgen. In den Zulassungszahlen wird sich diese jedoch vermutlich erst 2021 niederschlagen, wenn im Herbst 2020 bis Februar 2021 die Mähdrescher bestellt und gekauft werden, aber erst danach (also im ersten Halbjahr 2021) geliefert und angemeldet werden.