RindKälberKälberaufzucht wird finanziell unterstützt

Kälberaufzucht wird finanziell unterstützt

Sobald die Richtlinie vom Land Tirol fertig ausgearbeitet ist, kann die Antragsstellung beginnen. Über die Abwicklung werden die Betriebe rechtzeitig informiert.
Quelle: Archiv

„70 % des in Österreich verzehrten Kalbfleisches werden importiert, nur 30 % stammen aus heimischer Produktion. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass heimisches Kalbfleisch, das nach höchsten Tierwohl– und Umweltstandards produziert wird, teurer ist als Importware. Die Tiroler Landesregierung hat deshalb eine weitere Initiative gestartet, um den Absatz von heimischem Qualitätsfleisch im Land zu steigern und damit auch Kälbertransporte ins Ausland zu vermeiden”, berichtet LH-Stellvertreter Josef Geisler.
Die Tiroler Landesregierung hat ein Programm aufgelegt, das bäuerliche Betriebe, die Vollmilchmastkälber für den heimischen Markt produzieren, unterstützt und so deren Wettbewerbsfähigkeit steigert. Zusätzlich 4.000 Kälber sollen damit im heurigen und im nächsten Jahr im Land vermarktet werden. Qualität und Tierwohl sind dabei das oberste Gebot. Bis Ende 2021 stehen seitens des Landes 480.000 Euro zur Verfügung.
„Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit von heimischem Kalbfleisch stärken. Mit jedem Stück Kalb- oder Rindfleisch, das in Tirol auf den Teller kommt, steigt naturgemäß auch die Zahl der Kälber, die in unserem Bundesland aufgezogen und auch hier geschlachtet werden. Mehr Tiroler Fleisch auf dem Teller heißt weniger Tiertransporte auf der Straße”, verdeutlicht Geisler und appelliert an die Konsumenten, zu heimischem Fleisch zu greifen.

Tiroler Qualitätsfleisch im Aufwind

Die Tiroler Landwirtschaft ist stark auf Viehhaltung ausgerichtet, weil nur so die flächendeckende Bewirtschaftung gewährleistet werden kann. Die Milchviehhaltung ist mit der Produktion von Kälbern verbunden, diese können derzeit auf dem heimischen Rind- und Kalbfleischmarkt nicht ausreichend untergebracht werden. „Erschwerend hinzu kommt jetzt noch der Lockdown, der den Absatz in der Gastronomie wegbrechen lässt”, so Geisler. Die Folge ist ein hoher Anteil an Nutzkälbern, die zur weiteren Mast in andere EU-Länder verkauft werden. Manche dieser Kälber werden von dort in Drittstaaten exportiert. Geisler spricht sich klar gegen Tiertransporte in Länder außerhalb der EU aus. Tirol unterstützt deshalb auch die Forderung nach einem EU-weiten Exportverbot von Schlachtvieh.

Das Land Tirol hat im Bereich Agrarmarketing in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen gesetzt, um den Absatz von heimischem Qualitätsfleisch zu erhöhen. „Die Nachfrage der Konsumenten nach Fleisch aus heimischer Produktion steigt. Vor allem im ersten Halbjahr 2020 verzeichneten wir im Handel deutliche Absatzzunahmen”, sieht Geisler einen positiven Trend. Besonders erfreulich sei die Entwicklung beim “Tiroler Almrind”. Sehr gut entwickelt sich auch die Marke “Kalbli”. Hier wurden in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres bereits 80 % der Vorjahresmenge umgesetzt. Auch der “Grauvieh Almochs” und der “Tiroler Jahrling” sind auf Erfolgskurs. „Diese Zuwächse bei Qualitätsfleischprogrammen der Agrarmarketing Tirol können aber nicht wettmachen, dass der Fleischabsatz in Richtung Gastronomie wieder zum Erliegen gekommen ist und wir Handlungsbedarf haben”, so Geisler.