ForstHolzpreis für Fichte im freien Fall

Holzpreis für Fichte im freien Fall

Lärche wird weiterhin zu guten Preisen nachgefragt. Foto: Jäger

Insbesondere beim Schadholz ist eine kostendeckende Bereitstellung für den Absatz in Österreich häufig nicht mehr möglich. Daher werden verstärkt alternative Möglichkeiten der Vermarktung wie z.B. im Export nach China gesucht. Die Lager der österreichischen Sägeindustrie sind trotz Einschnitt an der Kapazitätsgrenze überreichlich mit Nadelsägerundholz befüllt. Teilweise werden verfügbare Rundholzmengen nicht mehr beboten. Die Zufuhr verläuft meist streng kontingentiert, wodurch es zum verzögerten Abtransport des Holzes kommt. Die üblichen Wartungsstillstände über die Sommermonate erschwert die Situation zusätzlich. Die Preise haben österreichweit erneut nachgegeben und liegen für das Leitsortiment Fichte B, 2b zwischen 64 und 83 Euro je FMO. Die Abschläge für vom Borkenkäfer befallenes Rundholz betragen bis zu 35 Euro je FMO. Die Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie ist sehr gut mit Industrieholz bevorratet. Die Zufuhr verläuft streng kontingentiert. In Kombination mit fehlenden Transportkapazitäten verläuft auch hier die Abfuhr sehr schleppend. Die Preise für Industriefaserholz wurden im 3. Quartal regional um bis zu 3 Euro je FMO abgesenkt.

Situation in Süddeutschland

Das Ausmaß von Sturm-, Käfer- und Trockenschäden ist in den Wäldern inzwischen so groß, dass endlich auch die Politik reagiert. Auf Bundesebene setzt sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner für ein Programm zur Wiederbewaldung der Schadflächen ein. In Bayern hat die Landesregierung den Zuschuss für die Aufarbeitung von Borkenkäferschäden von 5 Euro/Fm auf bis zu 12 Euro/Fm aufgestockt. Angesichts des Preisverfalls an den Holzabsatzmärkten und der hohen Aufarbeitungskosten ist dies jedoch allenfalls der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Selbst in den Staatsforstbetrieben werden die Prioritäten neu gesetzt. In Niedersachsen etwa, gilt derzeit nicht mehr das Prinzip der Gewinnerzielung, sondern der Liquiditätswahrung. Wie mag es da erst in den privaten Forstbetrieben aussehen? In Süddeutschland liegen selbst die Preise für frisches Fichtenstammholz im Leitsortiment vielfach nur noch bei 65 bis 70 Euro/Fm. Stammholz das von Käfern befallen ist und oft zusätzliche Qualitätsminderungen, etwa durch Verfärbungen, aufweist, wird verbreitet nur noch zum Industrieholzpreis verkauft.