LandlebenErnährungFleisch ist Teil einer ausgewogenen Ernährung

Fleisch ist Teil einer ausgewogenen Ernährung

Fleisch versorgt uns unter anderem mit Vitamin B12. Foto: Archiv

Der Fleischratgeber des WWF wurde vor Kurzem präsentiert. “Die Kriterien, welche der WWF beziehungsweise das FiBL in deren Bewertung heranziehen, werfen mehrere Fragen auf. So ist nicht bekannt, aus welchen Quellen die Emissionswerte (CO2-Äquivalente/kg Produkt oder P04/kg Produkt) für österreichische Produkte stammen und wo Systemgrenzen bei den Analysen gesetzt wurden. Diese Werte sind auch im Fleischratgeber nicht publiziert. Es stellt sich auch die Frage, ob die zugrunde liegenden Produktionssysteme die Situation in Österreich hinreichend genau abbilden”, so Walter Lederhilger, Obmann des Vereins Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) “Solche Bewertungen sind immer mit Ungenauigkeiten verbunden.

Ein Beispiel dafür ist, dass das komplexe Thema Biodiversität durch den Fokus auf gentechnikfreie Erzeugung von Produkten beziehungsweise Futtermitteln nur unzureichend abgebildet wird. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird als Kenngröße ‘aktive Substanz/kg Produkt’ verwendet. Dies erweckt den Eindruck, als würden diese Mengen als Rückstände am Lebensmittel nachweisbar sein. Durch strenge Kontrollen von unabhängigen Stellen wird dabei laufend nachgewiesen, dass Rückstandsmengen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen”, erklärt Lederhilger.

Heimische Landwirtschaft ist Teil der Lösung

“Die österreichische Landwirtschaft und Veredelungswirtschaft ermöglichen es, dass Konsumenten eine große Auswahl an qualitativ hochwertigen Fleischprodukten (Bio, AMA-Gütesiegel etc.) vorfinden, die in unterschiedlichen Produktionsweisen erzeugt werden. Die Kunden entscheiden daher durch ihren Einkauf, welche Art der Produktion umgesetzt wird. “Die Kennzeichnung der Herkunft tierischer Lebensmittel, wie sie auch der WWF fordert, ist dem NTÖ schon lange ein Anliegen. Dabei müssen wir den Lebensmitteleinzelhandel und auch den Außer-Haus-Konsum, beispielsweise in Großküchen oder in Restaurants, in die Pflicht nehmen. Öffentliche Einrichtungen, in denen tagtäglich viele Tausende Mahlzeiten angeboten werden, könnten hier mit gutem Beispiel vorangehen und im Sinne eines gesetzlich verankerten ‘Bestbieter-Prinzips’ die heimische Landwirtschaft stärken. Wir hoffen, dass wir hier mit dem WWF ein gemeinsames Ziel verfolgen können”, betont Lederhilger.