RindMilchviehEIP-Projekt soll Berg-Milchviehbetriebe unterstützen

EIP-Projekt soll Berg-Milchviehbetriebe unterstützen

Das Projekt „Berg- Milchvieh“ soll einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der kleinbäuerlichen Betriebe im benachteiligten Gebiet leisten. Foto: Taferner

Von Karin Ch. TAFERNER, LANDWIRT Redakteurin

Die Themen Kombinations-, Laufstall-, Auslauf- und Weidehaltung beschäftigen derzeit sowohl biologische als auch konventionelle Milchviehhaltungsbetriebe. Vor allem im Berggebiet (Hanglage, kleine Betriebsgrößen etc.) setzen derzeit traditionellerweise viele Betriebe auf Kombinationshaltung (Weide + Auslauf + vorübergehende  Anbindehaltung) und stehen auf Grund der Marktsignale (z.B. Milchzuschläge nur mehr für Milch aus Laufstall- oder Auslaufstallsystemen) vor Herausforderungen.

Umbaulösungen sind besonders am Berg kostspielig und müssen gut durchdacht werden. Stallbaufirmen haben für diese kleinen Betriebe zumeist keine passenden und kostengünstigen Lösungen.

Gemeinsam für das Berggebiet

Ein bundesweites Projekt soll durch die Zusammenarbeit von Praxis, Beratung und Forschung  gerade den Milchbauern im Berggebiet praxistaugliche Lösungen aufzeigen. Schließlich stammen rund 70 % der in Österreich produzierten Milch aus dem Berggebiet. Andreas Steinwidder vom Institut für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erläutert: „Im eingereichten EIP-Projekt ‚Berg-Milchvieh‘ werden innovative Stallumbaulösungen speziell für kleine Bergbetriebe entwickelt, umfassend evaluiert und dokumentiert. Darüber hinaus werden aber auch alternative Betriebsentwicklungsstrategien bei Aufgabe der Berg-Milchviehhaltung erarbeitet.“ Projektleiterin Sylvia Schindecker von der Landwirtschaftskammer Österreich erklärt: „Die aktuellen Daten und Ergebnisse sollen einen wertvollen Beitrag zur fachlichen Diskussion zu Fragen der
Berglandwirtschaft leisten um die Multifunktionalität der Berglandwirtschaft zu erhalten.“

Die dreijährige Projektlaufzeit startete mit Juni dieses Jahres.

Es werden folgende Ansätze verfolgt:

Lernen in der Praxis: Innovative Haltungssysteme bzw. Betriebsentwicklungsstrategien im Berggebiet werden gesammelt und bewertet. Im Austausch von Praxis-Beratung-Forschung sollen regionsübergreifend auch neue Zu-, Umbau- und Auslauflösungen entwickelt werden.

Tierwohl- und Emissionsrisiko sowie Nachhaltigkeit bewerten: Die Haltungssysteme auf Berg-Milchviehbetrieben werden hinsichtlich „Tierwohlpotenzial“, „Emissionswirkungspotenzial“ und ausgewählten „Nachhaltigkeitskriterien“ beurteilt und kritische Punkte aufgezeigt.

Wirtschaftlichkeit prüfen: Die alternativen Bau- und Auslauflösungen werden über die Baukosten hinaus hinsichtlich wirtschaftlicher Kriterien bewertet und kritische Grenzen erarbeitet.

Alternative Betriebsentwicklungen aufzeigen: Ein Ausstieg aus der Milchproduktion wird für eine Vielzahl von Betrieben eine mögliche Option darstellen. Um die Betriebe in der nachhaltigen Grünlandbewirtschaftung zu halten, werden alternative Betriebsstrategien erarbeitet bzw. bestehende Informationen dazu genutzt und gebündelt.

Die Ergebnisse werden über Broschüren, Homepage-Plattformen und Fachbeiträge in landwirtschaftlichen Medien an die Praxis weitergegeben. Für Beratung und Forschung stehen nach Projektende Beratungs- und  Betriebsentwicklungstools (Folien, Vorträge, Exkursionsbetriebsnetzwerk, Web-Applikationen etc.) zur
Verfügung und es werden Basisdaten für Agrarpolitik und Gestaltung bereitgestellt.

Die Ergebnisse sollen auch einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Diskussion mit den Partnern entlang der Wertschöpfungskette (z.B. Handelsketten) und damit zur Absicherung der Berglandwirtschaft leisten.