AckerbauGetreideDas Ende von Chlorthalonil

Das Ende von Chlorthalonil

Ob das Ende des Chlortalonils auch das Ende der Gerste bedeutet bleibt offen. Foto: Böck

Die EU-Mitgliedstaaten stimmten mehrheitlich für den Vorschlag der EU-Kommission, nach dem die Zulassung für den Fungizid-Wirkstoff Chlorothalonil nicht mehr verlängert werden soll. Lediglich Ungarn, das Vereinigte Königreich, Litauen und Griechenland votierten im Ständigen Ausschuss für Lebens- und Futtermittel für eine Fortsetzung der Zulassung. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hatte in ihrem Gutachten vor Abbauprodukten des Fungizids in Gewässern gewarnt. Bedauert wird das Verbot vor allem von Landwirten in Irland und im Vereinigten Königreich, die auf das Fungizid beim Anbau von Gerste und Weizen angewiesen sind.

 

Heuer noch da

Laut Hubert Köppl von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich ist aber noch nicht sicher, wie lange wir den Wirkstoff noch anwenden dürfen. Seiner Schätzung nach steht es für die heurige Saison aber noch zur Verfügung. Danach könnte es aber sehr schnell vorbei sein. Abverkaufsfristen sind auch noch keine bekannt.

 

Das Ende der Gerste

Spannend wird die Auswirkung des Verbotes auf die konventionelle Gerste. Viele sehen das Ende dieser Kultur in der Landwirtschaft gekommen. Etwas dramatisch vielleicht, aber die Behandlung der Hauptkrankheit Ramularia ist nun mal auf eben diesen Wirkstoff angewiesen. Alle anderen zugelassenen systemischen Wirkstoffe wie die Azole und Co wirken hier aufgrund von Resistenzen nicht mehr. Jetzt gilt es, die Versuche der Beratung abzuwarten. Die Versuchspläne wurden bereits umgeschrieben.