LandtechnikAckerbautechnikPflugAmazone Pflug Cayros M 3-950

Amazone Pflug Cayros M 3-950

Der leichzügige Klassigkr im LANDWIRT Praxistest.

Das Pflugsegment ist bei Amazone noch sehr jung. Vor fünf Jahren startete das Unternehmen mit der selbst entwickelten Baureihe Cayron in fünf- und sechsfurchiger Ausführung. Ende 2016 packte der Familienbetrieb die Gelegenheit beim Schopf und kaufte die Pflugfabrik Vogel & Noot von deren insolventen Muttergesellschaft. Mit einem Schlag war man dem Ziel, schnellstmöglich ein komplettes Pflugprogramm auf die Beine zu stellen, sehr nahe. Amazone schaltete die Ampel von rot auf orange-grün um und hauchte damit der Pflugfabrik im ungarischen Mosonmagyaróvár neues Leben ein. Die Pflüge aus dieser neu erworbenen Produktionsstätte taufte man Cayros. Auch unser Testkandidat stammt aus dem ungarischen Werk.

 

Leicht, einfach und kompakt
Der Cayros M ist die kleinste und leichteste Pflugbaureihe von Amazone mit zwei, drei oder vier Scharen. Für unseren Test wählten wir das mittlere Modell mit drei Scharen und einem Körperlängsabstand von 95 cm. Alternativ gibt es ihn auch mit 102 cm Längsabstand. Das Rückgrat bildet ein 120 x 100 x 8 mm starkes Rahmenrohr. Die Rahmenhöhe beträgt 78 cm. Die Wendeachse hat je nach Ausstattung einen Durchmesser von 80 oder 90 mm.

Klassisches Spindeleinstellsystem mit Schlittenführung.

Unser Testpflug brachte rund 1.100 kg auf die Waage. Er ist ideal für kleinere Betriebe mit Traktoren in der Leistungsklasse zwischen 80 und 120 PS. Bei unserem 3-Schar-Testpflug spannten wir 100 PS davor. Damit kamen wir auch in Hanglagen und auf schweren Böden gut zurecht. Die Schnittbreite pro Körper war auf 40 cm eingestellt. Amazone bietet diesen Pflug serienmäßig mit einer vierstufigen Schnittbreitenverstellung an: 36, 40, 44 oder 48 cm. Wem die Schraubarbeit zu viel ist oder wer häufig auf unterschiedliche Einsatzbedingungen reagieren muss, sollte die optionale hydraulische Schnittbreitenverstellung ordern. Serienmäßig sind die Pflugkörper mit einem Scherbolzen gesichert. Für steinreiche Böden bietet der Hersteller optional zwei Bauarten von Non-Stop-Sicherungen an: halbautomatisch mit zwei Spiralfedern und vollautomatisch hydraulisch.

Gedämpftes Pendelstützrad
Der An- und Abbau ist einfach: Unterlenker und Oberlenker ankuppeln, die zwei Hydraulikschläuche für den Wendezylinder anschließen, Stütze hochklappen – fertig! Amazone bietet verschiedene Unterlenkerachsen für die Kategorie II und IIIN an. Sowohl bei der Oberlenkerbefestigung als auch bei den Unterlenkern findet man verschiedene Anbaumöglichkeiten, um einen guten Kompromiss zwischen Hubhöhe, Hubkraft und Traktionsverstärkung zu finden. In unserem Fall war eine Achse mit integrierten Kugeln angeschraubt. Diese Variante hat den Nachteil, dass sie nur an Traktoren mit derselben Kategorie angebaut werden kann.

Heckseitig montiertes Pendelstützrad mit einstellbarer Dämpfung für sanften Wendevorgang.

Zur besseren Führung des Pfluges haben wir uns für ein hinten angebautes Pendelstützrad entschlossen. Wie bei allen anderen Pfluganbauteilen bietet Amazone auch beim Stützrad eine große Auswahl an. Wer großen Wert auf Grenzpflügen legt, könnte bei einem Dreischarer auch auf ein Stützrad verzichten und würde dadurch Gewicht einsparen. Für Pflüger, die keine Kompromisse eingehen möchten, bietet Amazone einen Schwenkadapter für das Pendelstützrad an. Damit wird das Rad hinter das letzte Schar geschwenkt – ein tolles Feature!
Für das Pendelstützrad gab es viel Lob. Die Tiefe lässt sich werkzeuglos an zwei Anschlagspindeln einstellen. Das „Klick-System“ verbessert die Orientierung beim Einstellen und sichert gleichzeitig die Spindeln gegen ein Verdrehen. Das Wenden des Pfluges läuft dank einer einstellbaren, hydraulischen Dämpfung im Stützrad sehr sanft ab.

Top Pflugbild
Mit der Pflugarbeit waren unsere Testfahrer sehr zufrieden. Sie pflügten vorrangig Getreidestoppel, gehäckseltes Maisstroh und Grünland. Der Pflug arbeitete weitgehend verstopfungsfrei. Die Vorschäler „M0“ und das gezackte Scheibensech mit 500 mm Durchmesser verrichteten gute Arbeit und sind einfach einzustellen.
Auch die Neigung, die Vorderfurche und der Zugpunkt lassen sich leicht einstellen.

Vierstufige Schnittbreitenverstellung von 36 bis 48 cm. (Alle Bilder: Paar)

Die Erstkörper-Schnittbreite wird serienmäßig mit einer Spindel und einer Schlittenführung an die Traktorspur angepasst. Das geht, wenn gewünscht, auch hydraulisch. Der Zugpunkt und die Neigung werden ebenso mit Spindeln eingestellt. Dieses Einstellzentrum ist klassisch und einfach handzuhaben.
Sehr zufrieden waren wir auch mit dem Pflugkörper WL 430: Das stark gewundene und lang gezogene Streichblech wendet den Erdbalken vollkommen und räumt zudem die Furche sauber frei. Diese Körperform hat sich auch am Hang und beim Einarbeiten großer Ernterückstände bewährt.
Aufgrund der leichten und kompakten Bauweise war unser Testpflug sehr leichtzügig. In der Ebene kann er auch mit 80-PS-Traktoren gefahren werden. Lob gab es auch für die Verarbeitungsqualität.
Bei unserem Testgerät war für den Straßentransport am Heck ein Halter mit einer Warntafel mit Ersatzbeleuchtung montiert. In Österreich ist das einseitige Anbringen von Warnschraffuren allerdings nicht erlaubt. Richtig wäre eine beidseitige Kennzeichnung mit Schraffuren oder eine Langgutfuhrtafel. In Testausstattung kostet der dreischarige Cayros M 14.585 Euro inkl. 20 % MwSt.