LandtechnikAgritechnicaAgritechnica-Rückschau: Das Schaufenster der Landtechnik

Agritechnica-Rückschau: Das Schaufenster der Landtechnik

Menschen und Maschinen in Massen: Die Agritechnica ist der Treffpunkt in der Landtechnik-Branche.
Quelle: Paar

Die Agritechnica ist alle zwei Jahre DER Treffpunkt für die Landwirtschaft. Zu Redaktionsschluss war die Messe noch voll im Gange. Nach Angaben des Veranstalters DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) konnten zur Halbzeit bereits mehr als 200.000 Fachbesucher aus aller Welt gezählt werden. Eine erste Umfrage zeigte, dass etwa 30 Prozent der Besucher aus dem Ausland kommen.

Die Stimmung unter den Ausstellern und Besuchern war deutlich positiver, als angesichts der vielen Bauernproteste quer durch Europa im Vorfeld der Agritechnica zu erwarten war. Das konnten auch wir auf unserem LANDWIRT- Stand spüren. Viele positive und konstruktive Gespräche mit Besuchern begleiteten uns an jedem Tag.

Die Zukunft der Landwirtschaft

2.819 Aussteller aus 53 Ländern zeigten ihre Neuheiten und Innovationen. Neben noch größeren und intelligenteren Maschinen ließen einige Hersteller auch in die Zukunft blicken. John Deere z.B. präsentierte in einer eigenen Ausstellung unter dem Titel „The Future of Farming“ eindrucksvoll seine Version der künftigen Landwirtschaft. Auf dem Stand des österreichischen Traktorenherstellers Steyr gab es eine Konzeptstudie zum Traktor von morgen zu bestaunen. Nachfolgend haben wir für Sie einige Neuheiten und Highlights der Agritechnica 2019 zusammengefasst.

Impuls und Absolut stufenlos

Die bisherige Steyr CVT-Serie splittet sich in zwei neue Baureihen auf: Impuls CVT und Absolut CVT. Diese beiden Traktorserien erscheinen im aktuellen Steyr-Design und unterscheiden sich in Größe und Technik. Die kürzeren Impuls CVT-Modelle sollen im ersten Halbjahr 2020 auf den Markt kommen, die größeren Absolut CVTs ab dem zweiten Halbjahr 2020.

Teleskoplader mit Liftkabine

Fendt erweitert sein Full-Line Produktprogramm mit dem Teleskoplader Cargo T955. Dieser wird von der Sennebogen Maschinenfabrik im niederbayerischen Straubing gebaut. Der Fendt Cargo T955 zeichnet sich durch eine Liftkabine mit Schwingungsdämpfung aus. Mit einer Traglast von 5,5 t und einer Hubhöhe von 8,5 m ist er für höchste Ladeleitungen ausgelegt.

Gleitkufe statt Tasträder

Mit der neuen, optionalen Kunststoff-Gleitkufe an Stelle eines Tastradfahrwerkes beim Pöttinger Kreiselschwader TOP 842 C soll durch vollflächige Abtastung des Bodens nahe am Zinken der Schmutzeintrag verringert werden. Ihre volle Stärke soll die Gleitkufe besonders bei nassen und moorigen Böden mit tiefen Fahrspuren ausspielen.

Eingrasen mit Doppelmesser-Mähwerk

BB Umwelttechnik ist für seine Doppelmesser- Mähwerke bekannt. Auf der Agritechnica zeigte der bayerische Hersteller erstmals das Frontmähwerk Seco Duplex 275 F Eco mit einer optional angeschraubten „Schwadschnecke“. Das zwischen den Traktorrädern abgelegte Futter kann so mit einem nachfolgenden Ladewagen aufgenommen werden.

Zinkensaat für das Grünland

Güttler bringt mit der HarroFlex 600 ein neues Gerät für die Grünlandpflege und -nachsaat auf den Markt. Dabei münden die Saatleitungen direkt hinter den Striegelzinken. Somit wird das Saatgut direkt auf dem Boden ablegt und nicht nur oben auf der Grasnarbe. Das Gerät soll ab Mai 2020 lieferbar sein.

Neuer Name, neues Design

Massey Ferguson stellt neue Traktor-Baureihen mit einfacher Ausstattung vor. Sie tragen den Buchstaben M in ihrem Modellnamen und lösen die „Global Series“ ab. Die fünf Modelle der Serie MF 5700 M haben um 5 PS mehr als ihre Vorgänger. Das neue Design des Kühlergrills erinnert an frühere Traktorbaureihen von MF.

Geräte zügig wechseln

Trotz Schnellwechsel am Hoflader muss der Fahrer beim Geräteanbau absteigen, um die hydraulischen Zusatzfunktionen anzuschließen. Weidemann zeigte daher auf der Agritechnica das neue Easy Coupler System. Dabei sind die Hydraulikkupplungen in die Verriegelungsbolzen integriert und werden beim Anbau automatisch verbunden.

Zuwachs in der Sätechnik

Regent überraschte auf der Agritechnica mit einer völlig neu entwickelten pneumatischen Aufbausämaschine. Die drei Meter breite Ventra arbeitet mit 24 parallelogrammgeführten Doppelscheibenscharen. Die elektrische Dosierung bedient sich aus dem 820 oder 1.100 Liter großen Tank. Die Ventra soll ab 2020 am Markt sein.

Verteiler in zweiter Generation

Fliegl präsentierte in Hannover den neuen Schleppschuh-Verteiler Skate 2.0. Durch Einklappen der äußeren Segmente kann die Arbeitsbreite optional von 15 auf 12 m verringert werden. Zudem sind dafür auf Wunsch der neue Schneckenverteiler FlexFlow für variable Ausbringmengen sowie der Y-förmige Schleppschuh Twin mit zweigeteilten Düsen erhältlich.

Der Pneumatik-Streuer ist wieder da

Rauch lässt die Aero-Baureihe wieder auferstehen. Technisch haben die pneumatischen Anbau-Düngerstreuer kaum etwas mit ihren Vorgängern gemein. Das optionale, elektrisch angetriebene Multi- Rate-Dosiersystem kann 24 Teilbreiten mit je 1,25 m einzeln regeln oder abschalten. Der neue Aero 32.1 fasst 3.200 Liter Dünger, die er auf 18 bis 30 m Breite verteilt.

Keine Chance für Unkrautsamen

Zürn Harvesting stellte in Hannover den „Seed-Terminator“ vor. Seine zwei Hammermühlen pulverisieren den Siebabgang des Mähdreschers. Dadurch sollen Verlustkörner und Unkrautsamen nicht mehr keimen. Der Seed-Terminator ist für Mähdrescher von John Deere, Claas, Case IH und New Holland erhältlich. Auch Redekop zeigte eine ähnliche Technik am Stand von John Deere.

Der Unschlagbare?

Laut John Deere ist der neue Großmähdrescher X9 mit dem neu designten Bandschneidwerk über der S-Serie angesiedelt. Möglich wird diese Produktivitäts- und Ernteeffizienz-Steigerung dank der größten am Markt erhältlichen Kanalbreite, des verbesserten Erntegutflusses, des Dreschens und Abscheidens mit einem Doppelrotor und eines größeren Siebkastens.