LandtechnikGrünlandtechnikRundballenpresse6 variable Rundballenpressen auf dem Prüfstand

6 variable Rundballenpressen auf dem Prüfstand

Rundballenpressen Vergleich
Wir haben sechs Rundballenpressen eine Saison lang getestet.
Quelle: Suppan

Gemeinsam mit unseren bewährten und unabhängigen Partnern der BLT Wieselburg, der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, der AUVA und der SVS haben wir fast eine Saison lang sechs variable Rundballenpressen getestet. Drei Testfahrer des LANDWIRT-Testteams pressten Silage vom zweiten bis zum letzten
Schnitt sowie Stroh.

Die sechs Testkandidaten

Bei der Auswahl der Testkandidaten und deren Ausstattung legten wir den Fokus auf die Silage. Passend zum .österreichischen und süddeutschen Markt wählte ein Expertengremium 14 Marken von elf Herstellern aus, die zu diesem Vergleich eingeladen wurden. Nicht alle sind unserer Einladung gefolgt. Gründe für die Nichtteilnahme waren z.B. „veraltete“ Maschine, keine verfügbare Maschine, Produktionsausfall durch Corona und andere. Deutz-Fahr, Fendt, John Deere, Kuhn, Massey Ferguson und Pöttinger stellten uns von Ende Juni – leider kam es Corona-bedingt zu Verzögerungen – bis Saisonende jeweils eine Presse zur Verfügung.

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Die Rundballenpressen

  1. Deutz-Fahr Varimaster 765 OC
  2. Fendt Rotana 160 V Xtra / MF RB4160V Xtra
  3. John Deere V 461R
  4. Krone Comprima V 150 XC Plus
  5. Kuhn VB 7160 OC
  6. Pöttinger Impress 185V Pro

Da die beiden Pressen von Fendt und Massey Ferguson baugleich sind, haben wir nur die Fendt Rotana 160 V Xtra getestet. Claas und Krone antworteten auf unsere Einladung zu dieser Vergleichsuntersuchung sinngemäß, dass sie nicht teilnehmen wollen. Auf Grund der Marktbedeutung besorgten wir uns diese beiden Maschinen daher aus der Praxis. Leider hatte die dafür vorgesehene Claas-Presse einen Tag vor Teststart durch einen Fremdkörper einen gehörigen Schaden erlitten und wir mussten auf sie verzichten. Bei Krone hatten wir die Comprima V 150 XC Plus im Einsatz, da die zuletzt entwickelte Serie „VariPack“ für Silage nicht freigegeben ist.
Die Anzahl der Messer reichte von 23 bis 26, die theoretische Schrittlänge (also der Messerabstand) von 40 bis 45 mm. Nur die Pöttinger Impress unterschied sich mit 32 Messern und einem Messerabstand von 36 mm etwas deutlicher von den anderen Testkandidaten.

So haben wir gemessen

Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, haben wir alle Pressversuche mit zwei ident ausgestatteten Fendt 516 Vario und einem routinierten Pressenfahrer durchgeführt. Die Pressen wurden von einem Fachmann des Herstellers bzw. einem erfahrenen Anwender der Presse eingestellt.
Während des Pressvorganges maßen wir die erforderliche Zapfwellenleistung, die Fahrgeschwindigkeit und den zurückgelegten Weg. Das Gewicht der Ballen und deren Umfang, Durchmesser sowie Breite bestimmten wir unmittelbar nach dem Pressen. Danach gewannen wir durch radiales Anbohren mittels eines Kernbohrers Proben für die Bestimmung des Trockenmassegehaltes. Aus diesen Daten errechneten wir die mittlere Ballendichte.
Aus dem während des Pressens zurückgelegten Weg, der Presszeit und der Ballenmasse berechneten wir die Schwadmasse und den Gutstrom in die Presse. Beim Verfüttern der Ballen zogen wir aus dem mittleren Drittel der Ballen Proben für die Schnittlängenanalyse. Dies erfolgte mit Hilfe eines kamerabasierten Systems zur Bestimmung der Partikellänge. Die Auflösbarkeit der Rundballen beim Verfüttern bewerteten vier Personen.

Teil 2: 6 variable Rundballenpressen im Stroh – der große Vergleichstest

Teil 3: 10 Tipps zum Rundballenpressen

Das Autorenteam: 

Franz HANDLER, Manfred NADLINGER und Christian RECHBERGER (BLT Wieselburg);
Alfred PÖLLINGER-ZIERLER (HBLFA Raumberg-Gumpenstein);
Johannes PAAR (LANDWIRT Chefredakteur)

Making-of-Bilder: