ForstZu zweit oder alleine im Wald arbeiten?

Zu zweit oder alleine im Wald arbeiten?

Die meisten Unfälle passieren laut Unfallstatistik in Folge von Unachtsamkeit und Fehleinschätzungen sowie durch den falschen Umgang mit der Motorsäge.
Quelle: Agrarfoto

Ein 50-jähriger Mann ist gemeinsam mit seinem Sohn im Wald mit Schlägerungsarbeiten beschäftigt. Beim Fällen einer Esche bricht ein 15 cm dicker Ast ab und trifft den Mann an der Schulter. Von der Wucht des Astes kommt er zu Sturz. Alleine kann er sich nicht mehr aufrappeln, das Handy ist im Auto liegen geblieben. Zum Glück ist sein Sohn zu Stelle, der schnell reagiert. Er setzt die Rettungskette in Gang. Die Rettungskräfte treffen wenig später am Unfallort ein. Der Mann wird erstversorgt, gerettet und schließlich mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Er hatte Glück und kommt danke der raschen Hilfe glimpflich davon. Wäre er alleine im Wald gewesen, hätte er vermutlich Stunden auf Hilfe gewartet. Ein unvorstellbares Szenario bei einer schweren Verletzung oder kalten Temperaturen.

Im Wald als Team funktionieren

Waldarbeit ist ohne Zweifel eine Tätigkeit mit einem erhöhten Gefahrenpotential. Arbeiten mit Totholz, im steilen Gelände, bei unwirtlichen Witterungen: Immer wieder kommt es zu schweren Forstunfällen. Während für die gewerbliche Wald- und Holzarbeit klare Regeln und Schutzvorkehrungen gelten, liegt es im privaten Bereich in der eigenen Verantwortung, sich angemessen zu schützen. Arbeitssicherheit bei der Waldarbeit ist daher ein wichtiges Thema, das wir auch im LANDWIRT regelmäßig aufgreifen. Ein immer wiederkehrender Sicherheitstipp ist dabei, im Wald nicht alleine zu arbeiten. Ein Hinweis, der im bäuerlichen Forst nicht immer umgesetzt und durchaus auch kritisch gesehen wird: Nach unserem letzten Artikel zur Sicherheit bei der Waldarbeit (LW 22/20) gab es einige Rückmeldung von Lesern, die der Meinung sind, es sei sicherer, bei der privaten Forstarbeit alleine zu arbeiten. Es würden bei Waldarbeiten im bäuerlichen Forst viel zu viele Unfälle passieren, eben weil zu zweit oder mit mehreren Personen gearbeitet wird.