ForstZeit für Nistkästen

Zeit für Nistkästen

Der beste Zeitpunkte um Nistkästen aufzuhängen ist der Herbst, da die Kästen dann noch von überwinternden Vögeln genutzt werden können.
Quelle: Mickes Fotos/shutterstock.com

Viele heimische Vogelarten sind Höhlenbrüter. Sie legen ihr Nest nicht frei auf Ästen oder am Boden an, sondern vor Witterung und Nesträubern geschützt in Hohlräumen von Bäumen, Felsspalten oder Mauerlöchern. Zu den Höhlenbrütern zählen unter anderem nahezu alle Meisenarten, Haus- und Feldsperlinge, Kleiber und Star. In natürlichen Wäldern mangelt es nicht an Nistplätzen für Höhlenbrüter: An Stellen, wo Äste abbrechen beginnt das Stammholz zu morschen, oder Baumstämme faulen von innen heraus und es entstehen Hohlräume. Spechte erhöhen dieses Angebot durch ihre selbst gezimmerten Höhlen. Aus den zahlreichen Höhlenformen suchen sich die einzelnen Vogelarten die passende Behausung aus. Im durchschnittlichen europäischen Wirtschaftswald werden die Bäume jedoch in der Regel geerntet, bevor sie als Vogelbehausung dienen können. Auch Spechte sind in intensiv genutzten Wäldern deutlich seltener. Nistkästen, die verschiedene Vogelarten als künstliche Höhlen nutzen können, beleben das Vogelleben in vielen Gebieten. Dennoch sind diese künstlich geschaffenen Nistplätze immer nur ein Ersatz für natürliche Behausungen. Die Erhaltung naturnaher Wälder, von Altholzinseln in Wirtschaftswäldern und extensiv genutztem Kulturland mit Streuobstwiesen ist aus Sicht des Vogelschutzes oberstes Ziel. In der Forstwirtschaft sind viele Vogelarten längst als wertvoller ökologischer Helfer bekannt. Sie fressen u.a. Käfer und Raupen, die dem Wald schaden können und verteilen Saatgut. Mittlerweile gehen viele Waldbesitzer wieder dazu über, zusätzlich oder statt den Nistkästen Höhlenbäume oder Altholzinseln stehen zu lassen.