AckerbauAlternative KulturenWinter statt Sommer?

Winter statt Sommer?

Foto: Landpixel

Dass sich das Klima ändert – sei es vom Menschen beeinflusst oder nicht –, ist Fakt. Während die neophytischen Kulturen wie Mais und Sojabohnen davon profitieren, leiden die heimischen Sommerkulturen darunter. Besonders bei den Körnerleguminosen ist diese Entwicklung deutlich erkennbar. Die leiden häufig unter Trockenheit: Entweder Sie laufen ungleichmäßig auf, entwickeln sich nur spärlich, oder es fehlt das Wasser bei der Blüte. Aber auch die immer früher einsetzende Sommerhitze macht ihnen zu schaffen. Immer öfter blühen die Pflanzen nicht mehr vollständig ab. Sie werfen bereits vorher einen Teil der Blütenstände ab. Dazu kommt, dass diese Kulturen zunehmend von Krankheiten und/oder Schädlingen heimgesucht werden. Das Resultat: schlechte Erträge. Es ist nicht verwunderlich, dass bei den Landwirten die Motivation fehlt, diese Kulturen weiter in die Fruchtfolge mitaufzunehmen. So ist laut AMA die Anbaufläche von Erbse und Ackerbohne dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 25 % zurückgegangen. Vergleicht man die Zahlen mit 2016, so sind die Flächen der Ackerbohne um 33 % und bei Erbse sogar um 44 % zurückgegangen. Doch vielen Problemen dieser Leguminosen könnte man theoretisch mit der Aussaat der Winterform entgegenwirken. Sie bekommen einen Entwicklungsvorsprung. Sie könnten den Boden bereits ordentlich durchwurzeln und dadurch der Trockenheit besser standhalten. Außerdem blühen sie früher als die Sommerformen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Blüte noch in eine regenreiche Periode fällt und nicht von einer frühen Hitzewelle geschädigt wird. Die frühere Entwicklung macht sie auch weniger anfällig gegenüber Insekten wie dem Blattrandkäfer und Blattläusen – was letzten Endes auch die immer häufiger auftretenden Virosen im Zaum halten könnte.