SchweinSchweinemastWie Tierwohl-Ställe für Schweine weniger stinken

Wie Tierwohl-Ställe für Schweine weniger stinken

Irene Mösenbacher-Molterer von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein sprach mit uns im LANDWIRT Studio über die Emissionswirkung von Tierwohl-Ställen für Schweine.
Quelle: Duller

LANDWIRT: Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein forscht intensiv zur Reduktion von Emissionen. In einem Kurzversuch (siehe Artikel Seite 30) wurde ein neues Kühlsystem getestet. Kann dieses Kühlsystem dazu beitragen, dass Schweineställe weniger stinken?

Irene Mösenbacher-Molterer: Der Fokus unserer Untersuchung lag primär darauf: Kann dieses System Staub reduzieren? In Ställen mit mehr Tierwohl haben wir Stroheinstreu und Trockenfütterung, was zu hohen Staubbelastungen führt. Der zweite Punkt war: Kann es die Temperatur in den Sommermonaten im Abteil reduzieren? Diese zwei Dinge führen dazu, dass die Schadgase im Stall reduziert werden. Das ist eigentlich der Folgenutzen des Systems.

Wie kann sich diese Reduktion der Schadgase auf Genehmigungsverfahren für Tierwohlställe auswirken?

Diese Maßnahmen werden gerade im Tierwohl- Bereich immer wichtiger – egal ob im konventionellen oder im Bio-Stallbau. Zum einen wird immer mehr Tierwohl gefordert: mehr Platz, Auslauf, Stroheinstreu. Bloß will diese Ställe niemand in seiner Umgebung haben. Jeder Bauwerber braucht Techniken und Maßnahmen, die ihm den Bau solcher Stallungen ermöglichen. Diese Techniken müssen im Baubewilligungsverfahren anerkannt sein, um Bautätigkeiten auch in Zukunft absichern zu können.

Warum schneiden Ställe mit Außenklima so viel schlechter ab als konventionelle? Stinken sie wirklich mehr oder wird ihre Emissionswirkung schlechter bewertet?

Hier muss man unterscheiden: Aktuell handelt es sich beim Großteil der Schweineställe um konventionelle, geschlossene, klimatisierte Stallungen, bei denen die Abluft über hohe Kamine über Dach abgeführt wird. Durch die Verdünnung mit Frischluft riecht der Anrainer sehr wenig. Im Tierwohl-Stallbereich ist es provokant gesagt wie vor 30 Jahren, mit freier Lüftung, offenen Gebäuden und so weiter. Und es gibt nur ganz wenige Zahlen, wie stark diese Ställe wirklich emittieren. Es muss ja auch belegt werden, wie viel Geruch, wie viel Staub diese Systeme wirklich freisetzen. Deshalb ist es für uns so wichtig, dass der Forschungsstall des SALUT-Projektes in der Steiermark gebaut wird (Anm. der Red.: Projekt Saubere Luft in der Tierhaltung). Dort können wir dann analysieren und erheben, wie viel Imission wirklich beim Anrainer ankommt. Aber auch: Welche Maßnahmen gibt es, um diese Imissionen zu vermindern?

Hier können Sie sich das Video zum Kühlsystem für Schweineställe von der Firma aero-Solutions ansehen.