SchweinFerkelproduktionWie gut ist Österreich auf die ASP vorbereitet?

Wie gut ist Österreich auf die ASP vorbereitet?

Dr. Johann Damoser verweist auf den aktuellesten Fall der ASP bei Hausschweinen in Griechenland Mitte Februar.
Quelle: Engler

LANDWIRT: Was ist für Sie der Hauptrisikofaktor für einen ASP-Ausbruch in Österreich?

Johann Damoser: Für mich ist der Hauptrisikofaktor ein kontaminiertes Lebensmittel, das unkontrolliert in die Umwelt gelangt. Ähnlich wie es in Tschechien oder Belgien passiert ist. Also ein plötzlicher Ausbruch im Wildschweinebestand. Es wird aber auch davon abhängen, wie sich die Situation im Wildschweinebestand in Ungarn entwickelt. Die Fälle in Ungarn sind aber noch so weit entfernt, dass diese Variante derzeit unwahrscheinlicher ist. Umso wichtiger sind die Biosicherheit auf den Schweinebetrieben und die Information der Jäger, die Jagdreisen unternehmen.

Wen informiert das Ministerium auf der Ebene der Landwirtschaft?

Wir haben eine erweiterte Tierseuchenexpertengruppe (Anm. d. Red.: siehe Kasten) mit regelmäßigen Sitzungen. Es gibt Empfehlungen, die aus diesen Sitzungen erwachsen. Diese Empfehlungen werden dann an die Landwirtschaft weitergegeben.

Der Personenkreis der Tierseuchen-Expertengruppe umfasst:

  • den Leiter des nationalen Krisenzentrums für Tierseuchenbekämpfung
  • einen Vertreter des Verteidigungsministeriums und des Landwirtschaftsministeriums
  • zwei Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES)
  • Fachleute aus dem Bereich Epidemiologie und Virologie sowie der Labordiagnostik, von denen mindestens eine Person von der Veterinärmedizinischen Universität namhaft zu machen ist
  • einen Experten auf dem Gebiet der Tierkörperbeseitigung
  • je einen Tierseuchenexperten aus jedem Bundesland.

Die genannten Experten sind vom Sozialminister bestellt.

Bei besonderem Informationsbedarf – z.B. wenn eine Tierseuche in Grenznähe auftritt – wird die Tierseuchenexpertengruppe um Vertreter der Wirtschaft (WKÖ), Landwirtschaft (LK Österreich), Tierärztekammer Österreich sowie um Vertreter des VÖS, der Wissenschaft, des Finanzministeriums usw. ergänzt. Dieser Personenkreis ergibt sich je nach Fragestellung; es wird jedoch angestrebt, möglichst umfassend zu informieren.

Welche Maßnahmen trifft Österreich ganz konkret, um einen ASP-Ausbruch zu verhindern?

Erstens wollen wir sehr schnell draufkommen, wo ein Ausbruch stattgefunden hat. Deshalb gilt seit Mitte Dezember 2019 die ASP-Revisions- und Frühwarnverordnung. In dieser ist festgelegt, dass jedes tot aufgefundene Wildschwein in ganz Österreich auf das ASP-Virus untersucht werden muss.

Zweitens gibt es die Schweinegesundheits- Verordnung, die entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen vorschreibt. Es gibt auch eine Schweinegesundheitskommission, die laufend daran arbeitet, die praktische Umsetzung dieser Biosicherheitsmaßnahmen zu erläutern. Bei der letzten Sitzung der Schweinegesundheitskommission wurde daran gearbeitet,