ForstWettlauf gegen den Borkenkäfer

Wettlauf gegen den Borkenkäfer

Als Waldbesitzer kann man sich auch in diesem Jahr auf einen starken Borkenkäferbefall einstellen.
Quelle: Robert Kneschke_shutterstock.com

Welche Borkenkäfer gibt es?

Den größten Schaden richten rindenbrütende Borkenkäfer an der Fichte an. An dieser Nadelbaumart ist die wichtigste Art der Buchdrucker (Ips typographus), gefolgt vom Kupferstecher (Pityogenes chalcographus). In Österreich, Bayern, Baden-Württemberg oder in der Schweiz wurde in den letzten Jahren auch der Nordische Fichtenborkenkäfer (Ips duplicatus) vermehrt nachgewiesen. Darüber hinaus gibt es auch Borkenkäferarten, die an Kiefern, Lärchen oder Tannen Schäden verursachen. Im Wald- und im Weinviertel war in den vergangenen Jahren beispielsweise das nestweise Absterben der Weißkiefer zu beobachten. Fast immer sind daran Borkenkäfer wie etwa der Sechszähnige Kiefernborkenkäfer (Ips acuminatus) und der Zwölfzähnige Kiefernborkenkäfer (Ips sextentatus) beteiligt.

Wann beginnt im Frühjahr der Käferflug?

Die Fichtenborkenkäfer schwärmen im Frühjahr ab Mitte April und in höheren Lagen ab Ende April aus ihren Winterquartieren aus. Der Kupferstecher ist meist etwas später dran als der Buchdrucker. Letztlich ist die Käferaktivität aber nicht vom Kalendermonat, sondern von der Temperatur abhängig. Beide Käferarten fliegen bei trockener Witterung und Temperaturen ab 16 °C.

Welche Fichten befallen Buchdrucker und Kupferstecher?

Der Buchdrucker befällt bevorzugt ältere Fichten mit dickerer Rinde. Sobald sich einige Käfer erfolgreich eingebohrt haben, produzieren sie Lockstoffe für ihre Artgenossen. Daraufhin kommt es zu einem massiven Befall des Stammes. Der Kupferstecher reagiert hingegen auf Duftsignale geschädigter Bäume und befällt diese. Im Unterschied zum Buchdrucker bevorzugt dieser Schwachholz. Stangenhölzer, Dickungen und der dünnrindige Kronenbereich älterer Fichten sind sein Revier. Bei einer Massenvermehrung attackieren beide Borkenkäferarten Fichten jeder Altersklasse.

Wie erkenne ich einen Befall?

Die Larven und Käfer legen arttypische Brut- und Fraßgänge unter der Rinde der Bäume an und beschädigen den Bast. Die Bäume reagieren mit Harzfluss, was bereits ein erstes Anzeichen für einen Befall sein kann.