HubJagdWeniger Unfälle durch Wildwarngeräte

Weniger Unfälle durch Wildwarngeräte

Im Falle eines drohenden Zusammenstoßes mit einem Wildtier sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden.
Quelle: kalle Pihelgas/shutterstock.com

Das Projekt “Wildtiere & Verkehr – Reduktion von verkehrsbedingtem Fallwild” in Zusammenarbeit von NÖ Jagdverband, Land Niederösterreich sowie der Universität für Bodenkultur Wien ist ausgewertet. Dabei wurden in 390 Jagdrevieren insgesamt über 100.000 optische und optisch-akustische Wildwarngeräte entlang von 1.400 km Landesstraßen ausgebracht. „Der NÖ Jagdverband verfolgt seit mehreren Jahren zwei Wege, um die Zahl der Wildunfälle weiter zu senken: Zum einen wollen wir die Fahrzeuglenker in Niederösterreich mithilfe von Medienkooperationen – etwa mit dem ORF – weiter aufmerksam machen. Wir unterstützen daher die Initiative des Verbands der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO), zu einer weiteren Sensibilisierung beizutragen. Zum anderen wird durch den Ausbau der Vergrämungsmaßnahmen, wie etwa Duftzäune sowie akustische und optische Wildwarngeräte, eine weitere Senkung der Wildunfälle erreicht. Diese warnen die Tiere vor herannahenden Fahrzeugen und halten sie so von den Straßen fern. Die Jäger in Österreich leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Wildunfällen”, so NÖ Landesjägermeister Josef Pröll.

Besondere Vorsicht im Herbst

Wildtiere müssen insbesondere beim Wechsel zwischen Sommer- und Winterlebensraum Straßen überqueren. Dabei kommt es in der Nacht sowie in der Dämmerung, wenn die Wildtiere aktiv sind und die Sicht schlechter ist, zu Unfällen. Aktuell kommen allein in Niederösterreich zirka 30.000 Wildtiere pro Jahr durch den Straßenverkehr zu Tode. Besonders betroffen sind Rehe (15.000 Stück), Niederwild (12.000 Stück) und Wildschweine (400 Stück). “Wir appellieren an die Autofahrer, vor allem im Herbst besonders vorsichtig zu fahren. Denn die Instinkte von Wildtieren sind nicht für so hohe Geschwindigkeiten ausgelegt, weshalb diese falsch eingeschätzt werden. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Wildtiere, sondern vor allem auch der Fahrzeuginsassen”, so Pröll.

Richtig verhalten bei Wildunfällen

Im Falle eines drohenden Zusammenstoßes mit einem Wildtier sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden, denn Ausweichmanöver stellen ein hohes Risiko für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer dar. Sollte es zu Wildunfällen kommen, müssen die Lenker das Fahrzeug abstellen und die Unfallstelle absichern. Nach der Versorgung von verletzten Personen muss die Polizei und im Bedarfsfall die Rettung verständigt werden. Grundsätzlich muss jeder Unfall – also auch wenn das Tier flüchtet – der Polizei gemeldet werden, die den Unfall aufnimmt und die Jägerschaft informiert, die die Bergung übernimmt. Das Tier darf keinesfalls mitgenommen werden, erklärt der NÖ Jagdverband.