SchweinSchweinemarktWeitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest in West-Polen

Weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest in West-Polen

Hinweistafeln auf Raststationen sollen darüber aufklären, dass Essensreste zur Übertragung der Afrikanischen Schweinepest beitragen können.
Quelle: Landpixel

Die Afrikanische Schweinepest ist in West-Polen angekommen. Nahe der deutschen Grenze wurden weitere 18 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen nachgewiesen. Der Erreger wurde bei toten Tieren in der Woiwodschaft Lebus gefunden, wie der polnische Veterinärdienst am Dienstagabend laut APA mitteilte. Die Kadaver waren am Wochenende entdeckt worden. Währenddessen wurde das betroffene Gelände intensiv nach toten Tieren durchsucht.

Bei einem dieser Tiere war ASP bereits nachgewiesen, zudem bei einem zuvor überfahrenen Wildschwein. Die Suche nach toten Wildschweinen ist am Mittwoch in der betroffenen polnischen Region nahe der deutschen Grenze zu Brandenburg fortgesetzt worden. Rund 100 Freiwillige und 150 Soldaten der polnischen Armee durchkämmten das Gelände, sagte Stanislaw Mysliwiec, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer, in Warschau. Das Areal umfasse 340 km2 und liege in den Kreisen Wschowski und Nowasolski.

Suche nach der Ursache

Agrarminister Jan Krzysztof Ardanowski sagte der Nachrichtenagentur PAP, derzeit werde versucht zu ermitteln, wie das Virus in den Westen Polens gelangen konnte. Eine Möglichkeit sei, dass einer der 1,5 Mio. in Polen arbeitenden Ukrainer den Erreger in die Region brachte. Die Arbeiter des stark von ASP betroffenen Landes brächten häufig Fleischprodukte aus der Heimat mit, auch wenn dies zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest verboten sei, so Ardanowski. An Parkplätzen weggeworfene Reste von belegten Broten könnten von Wildschweinen gefressen werden.

Nach Ansicht des Agrarministers ist es Polen gelungen, die Verbreitung der Tierseuche zumindest einzudämmen. Laut Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) wurden in diesem Jahr in Polen 48 ASP-Fälle bei Hausschweinen und 1.972 bei Wildschweinen gemeldet.

Deutschland mahnt zur Vorsicht

Das deutsche Landwirtschaftsministerium mahnt jedenfalls zur Vorsicht und weist wegen der grenznahen polnischen ASP-Fälle erneut auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweine haltenden Betrieben hin. Zudem werden die Jagdausübungsberechtigten aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörden anzuzeigen, um eine entsprechende Untersuchung sicherzustellen. Das Ministerium stehe in ständigem Austausch mit den polnischen Behörden und der EU-Kommission, wird betont.