BioBio-MilchviehWarteliste für Bio-Umsteller

Warteliste für Bio-Umsteller

Warten heißt es 2020 für neue Schweizer Bio-Milch Lieferanten. Foto: Landwirt

In der Schweiz hat der Bio-Dachverband Sorge, dass 2020 ein Überschuss bei Bio-Milch eintreten könnte. Deshalb werden neue Lieferanten auf eine Warteliste gesetzt. Von Jänner bis Mai 2020 werden keine neuen Bio-Milchlieferanten aufgenommen.

Weil sich 2018 so viele Milchbauern zur Umstellung auf Bio entschlossen haben, fürchtet der Dachverband 2020 eine Überproduktion. Die Nachfrage werde mit dem Angebotswachstum nicht Schritt halten. In diesem Jahr und 2020 wird die Bio-Menge um jeweils 7% steigen. Deshalb zieht der Dachverband die Notbremse. Normalerweise ziehen die Molkereien und Produzenten-Organisationen die Bremse, wann immer sie zu viel Milch haben. Diese Freiwilligkeit fällt jetzt weg, weil der Verband allen Verarbeitern die Warteliste verordnet.

Der Entschluss wurde Anfang 2019 getroffen und gilt vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Mai 2020. Die Warteliste wird auch für Umstellungsbetriebe gelten, die in diesem Zeitraum die Bio-Lieferfähigkeit erreichen. Spätestens mit Ende 2020 muss die Aufnahmesperre enden.

Wegen der Alpung wird in der Schweiz im Sommer die Bio-Milcherzeugung zurück gehen und der Preis von Mai bis September wieder steigen. Deshalb könnte die Wartelistenpflicht schon ab Juni 2020 wieder Geschichte sein.

Die eingeführte Warteliste ist ein Signal, dass die Produktion nicht beliebig ohne Folgen auf dem Markt ausgedehnt werden kann. Bio-Milch hat einem Anteil von 6,3% an der Schweizer Milchproduktion. Rund 4.000 Bio-Betriebe erzeugten 2018 über 240.000 t Milch (+5% zu 2017), berichtet der schweizerbauer.ch.