AckerbauDüngungWann macht eine Herbstdüngung Sinn?

Wann macht eine Herbstdüngung Sinn?

Eine Düngegabe zur Strohrotte ohne darauffolgende Saat ist nicht erlaubt. Foto: Landpixel

Die Herbstdüngung ist ein heikles Thema. Sie muss je nach Kultur und Standort angepasst werden. Zudem gilt es die rechtlichen Vorgaben der Cross Compliance (CC) und des ÖPUL einzuhalten. Darüber hinaus sollte jeder Landwirt aber auch schauen, ob eine Düngung auch ackerbaulich Sinn macht. Zuallererst entscheidet die Vorfrucht, ob für die nachfolgende Kultur überhaupt ein Düngebedarf besteht. Eine gute Stickstoffverfügbarkeit ist bei stickstoffhaltigen Ernterückständen wie Winterraps oder Leguminosen gegeben. Auch beim Umbruch von Blühflächen können Sie mit einer erheblichen Stickstofffreisetzung im Boden rechnen. Die Sojabohne sollte man dabei aber nicht zu hoch einschätzen. Bei einem Rohproteinertrag von 35 bis 40 % fahren Sie je Tonne Soja zwischen 60 und 70 kg N vom Feld. Von diesem N wurden maximal 80 % aus der Luft fixiert, den Rest deckt die Pflanze über den Bodenvorrat. Da bleibt rein rechnerisch, bei einem hohen Ertragsniveau, für die Nachfrucht nicht viel über. Wer es genau wissen will, für den besteht die Möglichkeit einer Nmin-Untersuchung. Kein N aus der Vorfrucht können Sie nach Getreide und Mais erwarten. Besonders wenn das Stroh auf der Fläche belassen wurde, nehmen diese Ernterückstände zur Beschleunigung der Rotte den Reststickstoff aus dem Bodenvorrat auf. Ausschlaggebend dafür ist das C/N-Verhältnis der Erntereste, das für die Rotte auf 30:1 reduziert werden muss. Dieses Verhältnis ist je nach Strohart (Getreide 80–100:1, Mais 50:1) unterschiedlich, und bedarf daher unterschiedlicher Mengen an N. Über Mineralisationsprozesse wird dieser Stickstoff sukzessive wieder frei.