AgrarpolitikWaldfonds für österreichische Waldbauern startet

Waldfonds für österreichische Waldbauern startet

Waldfonds Österreich 2021
Auch Schäden durch den Borkenkäfer werden vom Waldfonds mit 60 Mio. Euro abgegolten.
Quelle: Landpixel

Um die österreichischen Waldbauern entsprechend zu entlasten, hat die Bundesregierung im Vorjahr die Einrichtung des Waldfonds beschlossen und mit 350 Mio. Euro dotiert. Nun ließ das Landwirtschaftsministerium verlautbaren, dass ab 1. Februar 2021 sechs von zehn Maßnahmen mit einem Volumen von 200 Mio. Euro in einem ersten Schritt zur Beantragung zur Verfügung stehen.

Dabei können im Rahmen des Waldfonds insgesamt sechs Maßnahmen abgerufen werden: “Maßnahme 1” beispielsweise betrifft die Wiederaufforstung und Pflegemaßnahmen nach Schadereignissen und ist mit 80 Mio. Euro dotiert. Das Ministerium gibt dazu folgendes Beispiel: Ein Waldbauer hat eine Schadfläche von zwei Hektar. Nun pflanzt dieser einen “klimafitten” Mischwald mit jeweils 1000 Pflanzen von Ahorn, Rotbuche, Tanne, Fichte, Douglasie – in Summe also 5000 Pflanzen. Dafür kann eine Förderung von 11.440 Euro (je nach Standardkostensätze) in Anspruch genommen werden.

Waldfonds-Maßnahmen im Überblick

  • Maßnahme 1: Wiederaufforstung und Pflegemaßnahmen nach Schadereignissen
    (80 Mio. Euro)
  • Maßnahme 2: Regulierung der Baumartenzusammensetzung zur Entwicklung klimafitter Wälder (28 Mio. Euro)
  • Maßnahme 3: Abgeltung von durch Borkenkäferschäden verursachtem Wertverlust (60 Mio. Euro)
  • Maßnahme 4: Errichtung von Nass- und Trockenlagern für Schadholz (9 Mio. Euro)
  • Maßnahme 5: Entrindung und andere vorbeugende Forstschutzmaßnahmen
    (16 Mio. Euro)
  • Maßnahme 6: Maßnahmen zur Waldbrandprävention (6 Mio. Euro von insg. 9 Mio. Euro)

Mehr Informationen dazu sowie Details für die Beantragung unter: www.waldfonds.at

Waldbauern kämpfen seit Jahren

Österreichs Waldbauern kämpfen bereits seit Jahren mit zunehmenden Schäden in den Wäldern – seien es klimabedingte Schäden, Stürme, Schneedruck oder der Borkenkäfer. Letzterer hat im Vorjahr 4,3 Mio. Festmeter – mehr als ein Drittel der Holzernte – beschädigt. In manchen Bundesländern wurden sogar ganze Landstriche entwaldet, allein in Niederösterreich haben Schädlinge auf einer Fläche von rund 20.000 ha gewütet. Unter dem Strich waren 2019 rund 62 % der gesamten österreichischen Holzernte Schadholz.