ForstWaldfonds bekommt viel Zustimmung

Waldfonds bekommt viel Zustimmung

Der Waldfonds schafft unter anderem zuverlässige Rahmenbedingungen für einen Waldumbau hin zum klimafitten Mischwald.
Quelle: Jäger

“Die österreichischen Wälder waren in den letzten Jahren schwer von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Mit dem Start des Waldfonds eröffnen sich neue Perspektiven für eine nachhaltige Forstbewirtschaftung”, bedankt sich etwa LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bei Landwirtschaftsministerin Köstinger. „Es ist dies das größte Investitionspaket in heimische klimafitte Wälder. Mit insgesamt 350 Mio. Euro werden sowohl unsere Waldbauern unterstützt als auch die wichtigen Waldfunktionen für zukünftige Generationen gesichert”, hebt Pernkopf den Mehrwert für die gesamte Bevölkerung hervor. Niederösterreich als flächenmäßig größtes Bundesland hat die zweitgrößte Waldfläche unter den neun Bundesländern. Der Wald ist hier ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, er sichert rund 23.000 Arbeitsplätze im Forstbereich sowie in der Holz verarbeitenden Industrie und im Gewerbe. Weiters stellt er für 31.000 Betriebe eine wesentliche Lebensgrundlage dar.

Waldverband Österreich freut sich über Hilfe für die Waldbauern

„Als Vertreter der Waldbauern und in meiner Funktion als Obmann des Waldverband Österreich kann ich nur sagen: wir sind begeistert!“, so Rudolf Rosenstatter. Die wirtschaftlich harte Zeit könne mit dem Waldfonds ausgeglichen werden, der Waldbesitzer würde ganz klar im Programm erwähnt und im Waldfonds sei klar und deutlich die Holznutzung und Verwendung sowie der bewirtschaftete Wald das oberste Ziel.  „Aktive Waldbewirtschaftung ist Lebensraumsicherung. Ganz besonders im dicht besiedelten alpinen Raum. Der Wald schützt uns!“, so Rosenstatter weiter. Zusätzlich brauche es einen zweiten Wald in der Stadt, einen Wald aus Holzhäusern. Mit der Wertschöpfungskette Holz würden österreichweit nachhaltig 300.000 Arbeitsplätze gesichert.  „Die österreichischen Waldverbände danken der Ministerin für diesen Waldfonds.“, zeigt sich Rosenstatter erfreut.

Im Zuge eines Betriebsbesuches bei der Mayr-Melnhof Holz Holding AG in Leoben tauschten sich Branchenvertreter über den Waldfonds aus. Im Bild von links: Kurt Ramskogler, Obmann PEFC-Austria, Andreas Steinegger, Kammerobmann LK Leoben, Rudolf Rosenstatter, Obmann Waldverband Österreich, Richard Stralz, Vorstandsvorsitzender / CEO Mayr-Melnhof Holz Holding AG und Georg Strasser, Präsident des Österreichischen Bauernbundes.
Quelle: Pfaffenbichler

Arbeitsplätze, Einkommen und Klimaziele

Georg Strasser, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, begrüßt den Waldfonds, der im Hinblick auf Arbeitsplätze, Einkommen und Klimaziele helfe, ebenfalls: “Über 60 Prozent der gesamten österreichischen Holzernte 2019 waren Schadholz. Diese riesigen Schadholzmengen sind ein Warnsignal und zeigen die schwerwiegenden Auswirkungen des Klimawandels in unseren Wäldern.“ Es verwundere nicht, dass Waldbauern nicht mehr von den Einnahmen aus der Forstwirtschaft leben könnten und so eine nachhaltige Waldbewirtschaftung gefährdet sei. Von den 350 Mio. Euro, welche die Bundesregierung jetzt in die heimischen Wälder investiert, profitiere die gesamte Wertschöpfungskette. Vom Waldbewirtschafter über die Sägewerke bis hin zur verarbeitenden Industrie. Diese Investitionen kommen dem Klimaschutz und der gesamten Bevölkerung zugute.

Positive Rückmeldung auch aus Oberösterreich

“Damit der Waldumbau gut gelingen kann, brauchen die Waldbauern zuverlässige Rahmenbedingungen. Das Investitionspaket der Bundesregierung in Form des Waldfonds ist dafür wesentlich. Mit diesen Unterstützungsmaßnahmen kann der Umbau zu klimafitten Wäldern gelingen”, erklärt Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ.  Sie ist überzeugt, dass mit diesem Paket die Widerstandskraft der heimischen Wälder weiter gestärkt werde und die Wertschöpfungskette Holz zu einer zukunftsorientieren Wirtschaftsbranche weiterentwickelt werden könne”. Die LK OÖ werde die Waldbauern bei Bedarf bei der Beantragung unterstützen. Zusätzlich gebe es Hilfestellung durch die Forstberatung der Kammer. Die forstlichen Kalamitäten haben in den letzten fünf Jahren in den oberösterreichischen Wäldern ein noch nie da gewesenes Schadensausmaß verursacht. Die Schadholzmengen durch Borkenkäfer, Sturm und Schneedruck betrugen in den Jahren 2016 bis 2020 mehr als 8 Mio. Festmeter.

Wichtige Unterstützung für heimische Wälder

Der neugeschaffene Waldfonds unterstützt und verstärkt auch in Tirol die bestehende Forstförderung. „Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Forstwirtschaft aus. Dazu kommen Herausforderungen durch den Klimawandel und damit verbundene Katastrophenereignisse, die dem Wald stark zusetzen. Der Waldfonds ist ein wichtiges Instrument, um die Branche zu entlasten“, erklärt LK-Präsident Josef Hechenberger. Die Waldbewirtschaftung sei in Tirol sehr aufwändig und aufgrund der angespannten Lage am Holzmarkt oft nicht rentabel. Deshalb seien diese Gelder extrem wichtig und eine nachhaltige Investition in die Zukunft unserer Wälder. Neben Verjüngungsmaßnahmen sollen mit den Geldern aus dem Waldfonds auch Aktivitäten zur Waldbrandprävention gefördert werden. Durch den Klimawandel gibt es immer längere und heißere Trockenphasen, was die Gefahr von Waldbränden auch in Tirol erhöht hat. Erfreulich sei, dass durch den Waldfonds auch Maßnahmen im Wirtschaftswald förderbar sind.

Verjüngungsmaßnahmen sind ein wichtiges Element im Maßnahmenbündel des Waldfonds
Quelle: Land Tirol/Gruppe Forst

Biomasse spielt zentrale Rolle bei Bewältigung der Klimakrise

Auch der Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Franz Titschenbacher, begrüßt den Start des Waldfonds:  “Die Biomassenutzung spielt eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Klimakrise, in der nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder und ist das Rückgrat der Energiewende. Zusätzlich zur klassischen Verwendung von fester Biomasse im Raumwärmebereich bietet die Herstellung von Holzgas eine neue Option zum Ausstieg aus fossilen Energien in KWK-Anlagen, Traktoren und Spezialmaschinen.” Die Errichtung eines Reallabors für die Herstellung von Holzgas und Holzdiesel mithilfe des Waldfonds sei außerdem ein Meilenstein für den Technologiestandort Österreich.