ForstWald in der Krise

Wald in der Krise

Der WWF macht sich für ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Waldnutzung und Naturschutz stark.
Quelle: piquenique/shutterstock.com

Nur 11 % von Österreichs Wald sind natürlich oder sehr naturnah, davon sind wiederum nur 0,8 % geschützt. Hauptverantwortlich für den geringen Anteil an artenreichen, klimafitten Naturwäldern ist die intensive Bewirtschaftung. Zu diesem Ergebnis kommt „Wald in der Krise“, ein vom WWF beauftragter Waldbericht für Österreich. Mit diesem Bericht will die Naturschutzorganisation Argumente für alternative Überlegungen zu Nutzung und Schutz des Waldes liefern. Der Bericht soll ein Beitrag zu einer Diskussion sein, wie in Zukunft mit dem bedeutendsten Ökosystem Österreichs umgegangen wird. „Durch die Klimakrise und das Artensterben sind wir besonders auf naturnahe Wälder angewiesen“, erläutert Karin Enzenhofer, Waldexpertin beim WWF Österreich. Gleichzeitig hätten die massiven Eingriffe des Menschen mit zu vielen Monokulturen, übermäßigen Entnahmen und Forststraßenbau sowie überhöhten Wildbeständen zu schädlingsanfälligen Wäldern geführt. „Übernutzte Wälder sind weder für die Artenvielfalt noch im Kampf gegen die Klimakrise eine große Hilfe“, warnt Enzenhofer. Die Naturschutzorganisation fordert daher eine Trendwende in der Waldbewirtschaftung. Politik und Forstwirtschaft müssten aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Damit der Wald seine Funktion als Klimaanlage, Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für unzählige Organismen wieder voll und ganz ausüben könne, brauche es ein auf Ökologie ausgerichtetes Fördersystem und einen effektiven Schutz für die letzten Naturwälder. Obwohl viele der heimischen Waldflächen in abgelegenen Berghängen liegen würden, sei die Bewirtschaftung überdurchschnittlich intensiv. Während in Naturwäldern ein buntes Mosaik von Lebensräumen existiere, führt die intensive Forstwirtschaft laut dem Bericht zu gleichalten und homogenen Baumbeständen, die weit weniger Entfaltungsmöglichkeiten für die Natur böten und anfälliger seien für Schädlingsbefall und Umweltschäden.