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Vogel mit Potenzial

Gerhard und Edwin Ebner leiten den Straußenhof. Vater und Sohn wurden an diesem Morgen fündig.
Quelle: Numßen

Angefangen haben wir 1993. Da hab‘ ich die ersten Strauße zu uns auf den Hof geholt. Drei Küken aus Mossbach Bezirk Braunau drei Monate alt. Ein Küken hat damals 10.000 Schilling gekostet, umgerechnet 730 Euro.“ Gerhard Ebner grinst. „Ich wollte einfach was anderes probieren. Meine Eltern bewirtschafteten ihr eigenes Lokal und auf dem Hof standen 25 Milchkühe. Die Gastronomie wollten meine Frau und ich auf keinen Fall weiterführen. Wir arbeiten gern – aber da stößt du schnell an deine Grenzen. Kein Wochenende, keine Feiertage und schuften bis zum Umfallen. Ich hab‘ mir gedacht: Du hast den Hof, du hast die Wiesen und du willst Viecher.“

Kostete früher ein Vermögen

Ein erwachsener Strauß kostete damals rund 7.000 Euro. Straußenfleisch war begehrt und für ein Ei aus Südafrika musste man 210 Euro auf den Tisch legen. „Das Straußengeschäft boomte.“ Als Gerhard Ebner von seiner Idee erzählte, tippten sich seine Zuhörer an die Stirn. „Du spinnst ja. Die kommen doch aus Afrika und erfrieren hier.“ Doch der Querdenker zog das Straußen-Projekt durch. „Ich hab‘ mit meinen Küken Glück gehabt. Man muss die Laufvögel ja in Zuchtgruppen halten. Optimal ist es, wenn auf einen Hahn drei Hennen kommen. Die Küken entpuppten sich als ein Hahn und zwei Hennen. Das kann man vorher nicht erkennen, weil die Geschlechtsteile innen liegen. Erst wenn sie nach zwei Jahren geschlechtsreif werden und sie ihr Gefieder wechseln, sieht man, ob es Männchen oder Weibchen sind.“