SchweinSchweinemastTierwohl im Schweinestall, das auch bezahlt wird

Tierwohl im Schweinestall, das auch bezahlt wird

Mastschwein
Familie Pail und Familie Lorber bewirtschaften gemeinsam den Mühlenhof mit 1.945 Mastplätzen.

Rascheln, Grunzen, ab und zu ein schrilles Quieken. Auf einer dicken Schicht Stroh liegen einige Schweine in Seitenlage. Daneben wühlen andere mit dem Rüssel in den Halmen, schieben das Stroh vor sich her. Die Pendeltüre geht auf, ein Schwein betritt den Auslauf. Die Morgenluft ist kühl, doch die warmen Sonnenstrahlen blitzen schon zwischen den Holzpfeilern und den Türschlitzen hindurch. Werner Pail hockt im Stroh. Beruhigend redet er auf die Tiere ein, lockt sie an. Ein Schwein läuft langsam auf ihn zu, schnüffelt an seiner Hand. Das Rascheln des Strohs wird zum angenehmen Nebengeräusch.
Beim Blick auf die Schweine ist etwas anders als sonst. Die Augen sind dunkel, die Ohren hängen schlapp nach unten. Die meisten haben am Rücken dunkle Flecken, einige haben sogar rot schimmernde Borsten. Und ganz vereinzelt gibt es Schweine, die eher braun als rosa sind.
Familie Pail betreibt den Mühlenhof gemeinsam mit Familie Lorber. Jeder macht, was er am besten kann. Werner und seine Frau Sabine Pail sind für die Schweine, ihre Gesundheit, ihre Fütterung und den Verkauf zuständig. Hannes Lorber ist verantwortlich dafür, dass alles Technische funktioniert: die Fütterung, die Lüftung. Er presst das Stroh, kümmert sich um die Maschinen. Seine Frau Alexandra Lorber-Verhas erledigt Buchhaltung, Bilanz und weitere Büroarbeiten. Werner Pail erzählt: „Die Partnerschaft funktioniert, weil unsere Verantwortlichkeiten sich nicht überschneiden.“ Gekannt habe man sich schon länger. Erstmals richtig intensiv haben die Familien dann bei „Saugut“, einem Projekt für Öffentlichkeitsarbeit, zusammengearbeitet.

Duroc und mehr Tierwohl

Der Mühlenhof unterscheidet sich in zwei Bereichen von einem konventionellen Betrieb. Einerseits ist es die Haltung mit einem Mehr an Tierwohl: ein größeres Platzangebot, Stroheinstreu, Außenklima. Andererseits ist es die Rasse. Die F1-Sau (Landrasse mal Edelschwein) wird mit einem Duroc-Eber gekreuzt. Das Fleisch dieser Tiere ist fetter als jenes von Pietrain-Kreuzungen, was sich positiv auf den Geschmack auswirkt.
Diese Art der Produktion kostet – und zwar 50 bis 60 Euro mehr als das Mästen eines konventionellen Schweines (LANDWIRT Info). Pail und Lorber haben diese Kosten komplett an den Konsumenten weitergegeben. Ein Mühlenhof- Duroc-Schopf kostet bei der Handelskette Spar 30–40 % mehr als ein konventioneller AMA-Gütesiegel-Schopf.