AckerbauBodenTeilflächenspezifische Bodenverbesserung

Teilflächenspezifische Bodenverbesserung

Quelle: Böck

Schwarzer Ruß steigt aus dem Auspuff auf, als der Teleskoplader mit einem Ruck in den Komposthaufen fährt. Eine kleine Staubwolke wirbelt in die Luft. Mathias Holzer steht daneben und kneift ein Auge leicht zusammen. „Etwas zu trocken, diese Kompost-Charge“, erklärt der Biobauer. „Feuchter wäre er mir lieber.“ Erneut steigt Staub auf, als der Kompost von der Schaufel in den Kompoststreuer rutscht. „Aber glücklicherweise hält sich heute der Wind in Grenzen“, erklärt Holzer weiter und hält die Hand prüfend in die Höhe. „Da müsste es mit der Verteilung klappen.“

 

Trockenheit wird mehr

Mathias Holzer betreibt einen Ackerbaubetrieb mit 270 ha im Weinviertel. Dieser wird seit 2001 in biologischer Wirtschaftsweise geführt. In der Fruchtfolge stehen vor allem Weizen, Körnermais, Körnerleguminosen und Stärkekartoffeln im Vordergrund. Seit dem Umstieg bringt Holzer ab und an Kompost als Dünger aus. Doch seit etwa fünf Jahren setzt er verstärkt auf den organischen Bodenverbesserer. Der Grund: die immer stärker werdende Trockenheit. „Kompost ist ja nicht nur ein Konglomerat an Nährstoffen“, erklärt der Biobauer. „Für mich steht die humussteigernde Funktion im Vordergrund. Humose Böden speichern mehr Wasser, und das ist gerade bei uns im Trockengebiet ein unschätzbarer Vorteil. Zusätzlich erwärmen sich humosere Äcker schneller im Frühjahr und können demnach auf früher bearbeitet und bestellt werden. Das ist auf unseren kalten Lössböden auch ein Vorteil.“ Daher sind für ihn verstärkte Kompostgaben die logische Konsequenz. Alleine ist Holzer mit dieser Sicht aber nicht. Das zeigen der steigende Bedarf in der Region und die dementsprechend steigenden Preise für das etwas andere schwarze Gold. Als er erstmals Kompost bestellte, bezahlte er noch fünf Euro inklusive Zustellung. Dieses Jahr musste er schon 17 Euro bezahlen, und Gerüchten zufolge werden die Preise nächstes Jahr wohl auf 25 Euro je Tonne ansteigen.