AckerbauStroh verkaufen oder belassen

Stroh verkaufen oder belassen

Experten erwarten, dass der Preis für Stroh dieses Jahr wieder runtergehen wird. Foto: Karlis Ustups/shutterstock.com

Jedes Jahr kurz vor der Ernte überlegen Landwirte, ob sie das Stroh verkaufen oder am Feld belassen sollten. Entscheidend hierfür ist oft der Strohpreis. Dieser wird von Angebot und Nachfrage bestimmt und ist nach Region und Viehdichte unterschiedlich. Zu Redaktionsschluss zahlten die Händler zwischen 120 und 140 Euro/t für Großballen ab Hof. Martin Schildböck von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich erwartet aber, dass die Preise zur Ernte wieder einbrechen werden. „Die derzeit hohen Preise liegen an der Stroh- und Raufutterknappheit des Vorjahres.“ Das wird sich dieses Jahr nicht so abspielen.

 

Nährstoffverluste

Wenn Sie den Strohverkauf in Erwägung ziehen, sollten Sie auch bedenken, dass damit Nährstoffe im Wert von etwa 17 bis 25 Euro/t Stroh verloren gehen. Mit dem Strohrechner der Landwirtschaftskammer können Sie den Wert des Strohs genauestens selbst berechnen. Den Link zum Download finden Sie hier.

Ein Beispiel:

Bei einem mittleren Hektarertrag von 6.500 kg Weizen bleiben etwa 4.200 kg Stroh. Darin sind 21 kg N, 13 kg P, 59 kg K 8 kg Mg und 8 kg S und eine Menge an Kohlenstoff enthalten. Monetär ergibt das einen Wert von knapp 100 Euro/ha.

 

Erntekosten

Wenn Sie das Stroh nicht ab Feld verkaufen, müssen Sie auch die diversen Erntekosten (Wenden, Schwaden, Pressen) berücksichtigen. Dem gegenüber steht eine um rund zehn Euro günstigere Getreideernte, da das Stroh nicht gehäckselt werden muss. Außerdem wird mit dem Stroh auch eine beachtliche Menge an organischer Substanz abgefahren. Langjährige Strohabfuhr in Kombination mit humuszehrenden Feldfrüchten reduziert den Humusgehalt und die Bodenfruchtbarkeit.