AckerbauStehen lassen oder einarbeiten?

Stehen lassen oder einarbeiten?

Auf jeden Fall sollten nach der Saatbettbereitung noch genügend Reste für einen Erosionsschutz am Boden verbleiben. Foto Böck

 

Nach Dürrejahren wie 2018 scheint nichts wichtiger zu sein als der schonende Umgang mit dem Bodenwasser. Denn immerhin entscheiden im Moment ein paar Liter Wasser mehr über betrieblichen Erfolg und Misserfolg. Dennoch sollten wir nach solch einem Trockenjahr nicht alle anderen Maßnahmen ausblenden. Denn kein Jahr gleicht dem andern und dieses Jahr könnte wieder ganz anders aussehen.

 

Zwischenfrucht ist Pflicht

Nichts destotrotz ist ein sorgsamer Umgang mit dem Bodenwasser das Gebot der Stunde. Hier ist die Aufgabe ziemlich klar: so wenig Bodenbearbeitung wie möglich. Manch ein Landwirt verzichtet gänzlich auf eine Bodenbearbeitung und setzt auf Direktsaat, so auch Lorenz Meyer aus Steinabrunn (LANDWIRT Ausgabe 12/2018). Hierbei ist wichtig, dass die Zwischenfrucht abgefroren ist sowie ober und unter der Erde eine ordentliche Masse gebildet hat. Die Wurzeln hinterlassen für die Folgekultur einen lockeren Boden. Die Mulchschicht an der Bodenoberfläche verhindert laut Meyer unnötige Wasserverluste durch Verdunstung. Es gibt die Theorie, nach der der Wind das Wasser über die verbleibenden Halme in einer Art „Kamineffekt“ aus dem Boden zieht. Dem widersprechen sowohl Meyer als auch Roman Braun vom Maschinenring Oberösterreich entschieden. „Wenn die Wurzeln abgestorben sind, geht über diesen Weg kein Wasser verloren“, so Braun. „Das Gegenteil ist der Fall – unter einer üppigen Zwischenfrucht trocknet der Boden deutlich langsamer ab.“