BioAcker und GrünlandSo werden Sie Disteln los

So werden Sie Disteln los

Quelle: Sandra Pilz-Kathofer

LANDWIRT bio: Gefühlt wurde das Distelproblem in den vergangenen Jahren größer. Woran liegt das?

MANUEL BÖHM: Eines ist klar: Die Distel ist eine Zeigerpflanze. Was sie uns zeigen will, ist allerdings nicht mehr so klar. Die unterschiedliche Meinungen darüber decken sich aber in einem: dass die Distel einen Gareverlust im Boden anzeigt.

Entstanden durch unsachgemäße Bodenbearbeitung?

Es ist unumstritten, dass die Distel gerne dort vorkommt, wo Schmierschichten, Verschlämmungen oder Verdichtungen im Boden auftreten. Neu und umstrittener ist die Meinung, dass die Distel einen Mangel an Bodenpilzen anzeigt. Ich kann dieser Theorie viel abgewinnen.

Warum?

Die vergangenen Jahre waren geprägt von Dürre und Trockenheit. Das verringert die Gefahr von Bearbeitungsfehlern, weil der Boden nach der Ernte nicht feucht, sondern viel zu trocken war – auch zu trocken für die Pilze im Boden, die naturgemäß Feuchtigkeit brauchen. Damit gerät das Gleichgewicht zwischen Bakterien und Pilzen im Boden aus den Fugen und Distelnester entstehen. Die Distel versucht dem Boden zu helfen, wieder zu Bodenpilzen zu kommen.

Was kann man nun gegen Disteln tun?

Bodenpilze fördern! Das geht am einfachsten mit einem immergrünen Boden. Dazu braucht man winterharte Zwischenfrüchte und Untersaaten, damit nach der Ernte keine Lücken entstehen. Mit diesen Maßnahmen sind 95 % der Möglichkeiten zur Distelregulierung ausgeschöpft.

Was bringt es, Disteln händisch auszuhacken?

Langfristig nichts. Die Distel kompensiert alle unterirdischen Abschnitte mit starkem Wiederaustrieb. Damit kann man vielleicht dem Mais ein wenig Vorteil verschaffen, aber eine längerfristige Lösung ist es nicht. Viel wirksamer ist hingegen, die Distel oberirdisch abzuschneiden.

Warum soll das besser wirken?

Wenn man damit bis zur Blüte abwartet, dann schafft die Distel keinen Wiederaustrieb und keine Seitentriebe aus den Blattachseln mehr. Wichtig ist, dass man die Pflanzen frühestens dann abschneidet, wenn die blauen Blütenblätter aus den ersten Knospen schimmern