BioBio-MarktSo geht´s weiter am Bio-Schweinemarkt

So geht´s weiter am Bio-Schweinemarkt

Foto: Agrarfoto

 

LANDWIRT: Wie gefragt sind Bio-Schweine derzeit in Österreich?

Johann Ollmann: Derzeit geht es gut. Bestehende Kunden ordern tendenziell mehr Ware. Wir bekommen laufend neue Kunden dazu. Besonders erfreulich und fast ein bisschen erstaunlich ist für mich, dass mittlerweile sogar die Gastronomie zunehmend in Bio-Schweinefleisch einsteigt. Nach und nach stellen Betriebe wie die Linzer Uni-Mensa, die Luftburg im Wiener Prater oder die Griffen-Rast Mochoritsch in Kärnten auf Bio-Fleisch um. Es gibt auch schon Anfragen von weiteren Wirten.

Ist der heimische Bio-Schweinemarkt noch aufnahmefähig?

Diese Frage lässt sich nur langfristig beantworten. Der Zuwachs ist langsam, aber stetig. Wir schaffen es einigermaßen, Angebot und Nachfrage auf gleich zu halten. Der Zuwachs an Bio-Schweinebetrieben deckt sich langfristig mit der Nachfrage am Markt. Wenn plötzlich 10 Prozent aller Schweinehalter auf Bio umstellen würden, hätten wir ein Problem. Aber das wird nicht passieren, weil die emotionale Hürde für viele konventionelle Betriebe zu hoch ist. Viele hören lieber auf.

Warum das?

Die Angst vor dem Unkraut auf dem Acker und Stroh im Stall ist groß. Momentan bekommen wir auch kaum Anfragen von interessierten konventionellen Schweinehaltern. Das hat zwei Gründe: Zum einen kann man momentan beim ÖPUL nicht in die Bio-Förderung einsteigen. Zum anderen ist der konventionelle Schweinepreis gerade hoch. Das dämpft die Notwendigkeit, nach Alternativen zu suchen.

Wie entwickeln sich die Umsätze von Bio-Schweinefleisch im Handel?

Die Supermärkte haben mittlerweile bemerkt, dass die Bio-Branche so ziemlich der einzige Wachstumsmarkt im Fleischbereich ist. Der Fleischkonsum geht ja insgesamt zurück. Bei Bio steigt er jedoch. Bio-Käufer essen zwar weniger Fleisch, dafür bewusst. Darum glaube ich, dass wir mit unseren 2 Prozent Bioanteil am gesamten Schweinbestand mindestens 4 oder 5 Prozent der Konsumenten versorgen. Wenn wir es schaffen, dass wir in zehn Jahren das Doppelte an Bio-Schweinen haben, können wir zufrieden sein. Die Umsätze von Bio- Schweinefleisch im Handel steigen. Ich merke das bei unserer Firma. Vor elf Jahren hatten wir 10 Mio. Euro Umsatz. Jetzt sind es 20 Mio. Euro. Ausschlaggebend dafür sind einerseits mehr Schweine und andererseits höhere Preise.

Diktiert der Handel den Preis?

Nein, wir haben in Österreich ein gutes Verhältnis. Für uns ist es normal, dass wir direkt mit den Supermärkten in Kontakt stehen und an der langfristigen Weiterentwicklung des Marktes arbeiten. Das geht nur miteinander. Der LEH fürchtet nichts mehr als leere Regale, das kann dadurch verhindert werden. In Deutschland ist das anders. Dort haben die Schweinehalter kaum eine Gelegenheit, ernsthaft mit einem Supermarkt zu reden.

Welche Preisentwicklungen erwarten Sie für die kommenden Monate?

Wir haben einen fixen Preis. Dieser Preis wird von unseren Verarbeitern und Kunden zu 100 Prozent akzeptiert. Mittlerweile ist jeder froh, dass es keine Preisschwankungen mehr gibt. Wir gehen nicht hinauf, wenn der Preis für konventionelle Schweine steigt. Umgekehrt gehen wir mit dem Preis auch nicht runter, wenn der konventionelle Preis sinkt. Das funktioniert und jeder kann kalkulieren. Der Preis gilt ein Jahr oder länger. Wenn wir die Preise erhöhen, gehen wir sechs Monate davor zu den Kunden und nennen ihnen Gründe für die Preissteigerung. Sie können sich dann darauf einstellen.

Dürfen sich die Bio-Schweineproduzenten also auf steigende Preise freuen?