BioAcker und GrünlandSo fördern Sie Organismen im Boden

So fördern Sie Organismen im Boden

In einem Gramm Boden leben Milliarden Mikroorganismen. Das Gewicht der Bodenorganismen unter einem Hektar Wiese beträgt etwa 15–20 GVE. Foto: Böck

Von Andreas BOHNER, Walter STARZ, Wolfgang ANGERINGER, Veronika EDLER und Andreas STEINWIDDER

In einem Gramm Boden leben Milliarden Mikroorganismen. Das Gewicht der Bodenorganismen unter einem Hektar Wiese beträgt etwa 15–20 GVE. Wie fruchtbar der Boden ist, hängt vor allem von der biologischen Aktivität ab. Die biologische Aktivität und somit auch die Bodenfruchtbarkeit sind umso größer, je reichhaltiger, vielfältiger und aktiver das Bodenleben ist. Für die Bodenfruchtbarkeit sind nahezu alle Bodenorganismen wichtig. Die wichtigste Funktion der Bodenorganismen im Grünlandökosystem ist der Abbau von organischen Substanzen und die Rückführung der darin enthaltenen Nährelemente in die jeweiligen Stoffkreisläufe. Dadurch werden Nährstoffkreisläufe geschlossen und die vorhandenen Nährstoffe im Boden rasch, effizient und nachhaltig für das Pflanzenwachstum genutzt. Während der Vegetationszeit der Grünlandpflanzen haben auch Bodenorganismen ihre Hauptaktivitätsperiode. Dies gewährleistet, dass die Pflanzen durch Bodenorganismen aus der organischen Substanz im Boden (Nähr- und Dauerhumus) optimal ernährt werden und die Nährelemente bestmöglich aufnehmen können.

Bodenorganismen wandeln um

Die Böden unter Dauergrünland sind meist sehr humusreich. Der Humusgehalt beträgt in den obersten 10 cm häufig mehr als 6 %. Humus ist daher in Grünlandböden die wichtigste natürliche Stickstoff-, Schwefel- und Phosphorquelle für Bodenorganismen und Grünlandpflanzen. Allerdings sind die im Humus gespeicherten Nährelemente nicht direkt pflanzenverfügbar. Sie müssen erst durch Bodenmikroorganismen in eine pflanzenverfügbare Form umgewandelt werden (Mineralisierung). Je reichhaltiger, vielfältiger und aktiver die Bodenorganismen sind, umso rascher erfolgt die Humusmineralisierung im Boden und umso besser werden die Grünlandpflanzen insbesondere mit Stickstoff, Schwefel und Phosphor versorgt. In der mikrobiellen Biomasse werden beträchtliche Mengen an Pflanzennährelementen vorübergehend gespeichert. Die Nährstoffverluste durch Auswaschung oder durch Entweichen gasförmiger Stickstoffverbindungen (z. B. Ammoniak, Lachgas) werden dadurch reduziert. Nach dem Absterben der Mikroorganismen oder nach dem Abweiden von Bakterien und Pilzhyphen durch kleine Bodentiere (Bakterienfresser, Pilzfresser) werden die in der Zellmasse gespeicherten Nährelemente wieder freigesetzt und können von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden.

Mykorrhiza, Regenwurm & Co.

Mykorrhizapilze kommen in Grünlandböden häufig vor. Sie verbessern die Wasser- und Nährelementversorgung der Grünlandpflanzen durch intensivere Ausnutzung der vorhandenen Vorräte im Boden. Mykorrhizapilze erhöhen insbesondere die Phosphataufnahme durch die Wirtspflanze, wenn die Verfügbarkeit im Boden gering ist. Für die Stickstoffversorgung sind insbesondere Knöllchenbakterien verantwortlich, diese können dem Grünlandpflanzenbestand bis zu 150 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr zuführen und die frei lebenden Stickstofffixierer etwa 1–3 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr. Regenwürmer sind besonders nützliche Bodentiere. Sie sorgen für eine intensive und tiefreichende Durchmischung und Lockerung des Bodens. Außerdem sind sie an der Bildung von Mullhumus und Bodenkrümeln maßgeblich beteiligt.

Regenwürmer sind besonders nützliche Bodentiere. Foto: Bio-Institut

Organismen fördern

Die Leistungen der Bodenorganismen werden von den lokalen Umweltbedingungen (insbesondere Bodeneigenschaften) und vom Nahrungsangebot bestimmt. Durch Grünlandbewirtschaftung kann das Bodenleben gefördert oder beeinträchtigt werden. Die meisten Bodenorganismen bevorzugen lockere, gut durchlüftete, warme, mäßig saure bis neutrale (pH 5,0– 7,0), nährstoffreiche Böden mit einem ausgeglichenen Bodenwasserhaushalt.

Durch Bodenverdichtung oder Bodenversauerung verschlechtern sich die Umweltbedingungen für zahlreiche nützliche Bodenorganismen. Der pH-Wert sollte deshalb in Böden unter Dauergrünland im Hauptwurzelraum zwischen 5,0 und 6,2 liegen. Bei einem pH-Wert unter 5,0 sollte zur Förderung der Bodenorganismen eine Kalkung durchgeführt werden.

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Autoren: Andreas Bohner, Walter Starz und Andreas Steinwidder arbeiten an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Wolfgang Angeringer arbeitet im Bio-Zentrum der Landwirtschaftskammer Steiermark und Veronika Edler bei Bio Austria.