ForstSchönes Laubholz versteigern

Schönes Laubholz versteigern

Quelle: Martin Riedl/Waldverband

Das Interesse der Waldbauern am Verkauf von Laubholz bei der 18. Wertholzsubmission in St. Florian war ungebrochen: Rund 900 der schönsten und teuersten Baumstämme Oberösterreichs und der angrenzenden Bundesländer wurden in den vergangenen Wochen bei der vom Waldverband und der Landwirtschaftskammer Oberösterreich durchgeführten Veranstaltung präsentiert und verkauft. Eine Walnuss erzielte das höchste Gebot und brachte ihrem Verkäufer Heribert Singer aus Grünburg im Bezirk Kirchdorf über 2.000 Euro ein. Mit einem Höchstgebot von 1.805 Euro pro Festmeter (fm) war die Nuss in diesem Jahr der teuerste Stamm Oberösterreichs. Heribert Singer wurde dafür mit dem Titel “Holzmoar” und der “Goldenen Axt” ausgezeichnet. Der Verkäufer zeigte sich vom 1. Preis sehr überrascht. Der Baum war über 88 Jahre lang der Hausbaum am Hof der Singers, bevor er im Beisein der Geschwister vom Verkäufer gefällt wurde. Der Baum habe ihm durch dürre Äste angezeigt, dass er reif sei. Heribert Singer hatte allerdingt zuerst überhaupt nicht vor, den Baum auf die Laubholzsubmission nach St. Florian zu bringen, und wollte ihn als Brennholz verwerten. „Ich dachte, er ist es nicht wert.“, so Singer. Vom zuständigen Waldhelfer des Waldverbandes wurde er bei der Besichtigung des liegenden Baumes am Hof vom Gegenteil überzeugt. Ein Furnierhersteller, der den Stamm erwarb, freute sich schlussendlich über das schöne Walnussholz. In entsprechender Holzqualität kommt die heimische, sehr frostempfindliche Nuss nämlich ziemlich selten vor, weshalb Stämme mit hervorragenden Eigenschaften attraktive Preise erzielen.

Eichenpreis auf attraktivem Niveau

„Eyecatcher“ der Submission war aber nicht die Walnuss, sondern eine Eiche, die ihrem Besitzer ein besonders erfreuliches Ergebnis einbrachte. Das Gebot für diesen Stamm lag bei 1.030 Euro je fm. Aufgrund des großen Volumens von 9,3 fm erzielte das besondere Stück mit 9.600 Euro den höchsten Gesamtpreis für einen Stamm auf dieser Laubholzauktion. Die mächtige Eiche, die Submissionsexperte Martin Riedl vom Waldverband Oberösterreich als „sicher nicht fehlerfrei“ beschrieb stand bei einem Spielplatz als Solitärbaum. Überwiegend, zu 70 %, wurden auf der diesjährigen Submission in St. Florian Eichenstämme zum Verkauf angeboten. Umso erfreulicher ist es, dass der Eichenpreis mit einem Durchschnitt von 450 Euro pro fm auf hohem Niveau gehalten werden konnte. Neben der Eiche und dem Siegerstamm Walnuss wurden Apfel, Ahorn, Esche, Ulme, Schwarznuss oder Zwetschke angeboten. Insgesamt lieferten 285 Waldbesitzer 22 verschiedene Baumarten zur Submission. Die Vermarktungsmenge wurde gegenüber dem Vorjahr mit 1.133 fm leicht gesteigert (2020: 1.107 fm). Der Durchschnittspreis pro Festmeter über alle Baumarten gerechnet lag heuer bei 412 Euro, das ist im guten Mittel der vergangenen Jahre. Die 28 Käufer kamen heuer überwiegend aus Österreich und Deutschland, aber auch aus Tschechien und sogar aus Frankreich. Keinen Abnehmer fand die Rotbuche. Ahorn war als helle Baumart weniger gut nachgefragt, auch der Riegelahorn ging deutlich preiswerter über den Ladentisch als in den letzten Jahren. Beim Buntlaubholz war der teuerste Stamm eine Birne. „Dieses Jahr hatten wir auch tolle Kirschen am Platz, für die der Preis am Ende enttäuschend war“, so Martin Riedl. Welches Holz einen Abnehmer findet und zu welchem Preis, entscheiden eben die Trends am Markt. Bezüglich Bedarf wird möglichen Abnehmern im Herbst auf den Zahn gefühlt, um bei der Submission auch das passende Holz anbieten zu können. Angeliefert könne grundsätzlich aber jeder schöne Laubbaumstamm aus Oberösterreich und den angrenzenden Bundesländern werden. „Wenn man Holz außergewöhnlicher Qualität nach St. Florian liefert, wird es sicher einen Abnehmer finden“, ist der Laubholzexperte überzeugt. Neben Holzart und Qualität ist auch die Ausformung der Laubholzstämme wichtig. „Die Käufer kaufen auch mit dem Auge“, weiß Riedl. Das Verständnis fehle ihm gänzlich, wenn er am Submissionsplatz den einen oder anderen „Waldbart“ an einem Stamm sehe. Fehler könnten aber auch bei der Fällung vom Laien passieren, etwa wenn der Stamm dabei qualitätsmindernde Risse erleide. Der Waldverband bietet bei der Auswahl des Baumes, beim Fällen und Ausformen Hilfe vom Profi an.

Nicht nur die Qualität, auch die Aufbereitung der Stämme ist wichtig. Ein unschöner „Waldbart“ wird auf einem Submissionsplatz nicht gerne gesehen.
Quelle: Martin Riedl/Waldverband

Höhepunkt des Laubholzjahres

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Situation fand der diesjährige Aktionstag zur Wertholzsubmission mit der Übergabe der „Goldenen Axt“ nicht in der gewohnten Form statt, sondern online in Form eines sogenannten “Farminars”. Franz Kepplinger, Obmann des OÖ Waldverbandes, überreichte an diesem „ein bissl anderen Aktionstag“ gemeinsam mit LK Oberösterreich-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, die „Goldene Axt“ im großen Saal der Landwirtschaftskammer. „In diesen schwierigen Zeiten für die Forstwirtschaft brauchen wir solche Lichtblicke, wie diesen Höhepunkt des oberösterreichischen Laubholzjahres“, so Kepplinger.  In den 18 Jahren, in denen die Laubholzsubmission in Oberösterreich bereits stattfindet, wechselten am Submissionsplatz insgesamt rund 17.800 fm Wertholz den Besitzer. Für nächstes Jahr wünscht sich Kepplinger am Submissionsplatz in St. Florian wieder in gewohnter Form Forstwirtschaft leben zu können.