BioBio-BauernSchlachtmobil für Direktvermarkter

Schlachtmobil für Direktvermarkter

Matthias Mayr vom Oberländerhof in Kematen ist der Initiator des Schlachtmobils.
Quelle: Christian Knapp

500 Hennen tummeln sich auf der flachen Wiese neben der markanten Martinswand im Inntal. Matthias Mayr hat hier zwei Mobilställe für je 250 Legehennen auf seinen Wiesen in Kematen in Tirol geparkt. Emsig bewegen sich die braunen Hühner, scharren, picken und blicken um sich. Die gewaltigen Felswände der Nordkette hinter ihnen schauen auf sie herab.

Jedes Jahr die Legehennen zu verladen und zum Schlachthof zu transportieren, das wollte Matthias Mayr vermeiden: „Diesen Stress wollte ich meinen Hühnern ersparen und dachte mir, da muss es doch eine Lösung geben.“ Gesagt, getan. Nach intensiver Recherche der rechtlichen Möglichkeiten arbeitete Mayr ein Konzept für die mobile Schlachtung von Geflügel aus. Mit der Landwirtschaftskammer Tirol und dem Maschinenring fand der findige Landwirt Partner, mit denen er seine Idee umsetzen konnte. Mittlerweile setzt der Maschinenring Tirol einen mobilen-Schlachtanhänger – gebaut von der Firma Stückler in Kärnten – überbetrieblich ein.

 

Doch die Nachfrage riss nicht ab. „Uns erreichten Anfragen aus ganz Österreich“, erzählt der Quereinsteiger in die Landwirtschaft. Er habe sich daher entschlossen, gemeinsam mit den Gebrüdern Stückler – den Herstellern der Schlachtmobile – eine Gesellschaft für die Beratung zur mobilen Schlachtung zu gründen. Nun beraten sie interessierte Landwirte, die die mobile Schlachtung umsetzen möchten. „Das Interesse ist groß“, berichtet Mayr. Vor allem für Direktvermarkter mit maximal ein paar hundert Hennen sei die mobile Schlachtung am Betrieb ein großer Vorteil, denn damit könne die Wertschöpfung am Betrieb gehalten werden.