AckerbauRübenernten unter dem Durchschnitt

Rübenernten unter dem Durchschnitt

Die Rübenernte soll dieses Jahr geringer ausfallen. Foto: Böck

Eher mager stellen sich die Ernteaussichten der Zuckerrübenerzeuger sowohl in Deutschland als auch in Frankreich zu Beginn der Kampagne 2019/20 dar. Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) rechnet mit einer hiesigen Zuckererzeugung lediglich auf dem Niveau des Dürrejahres 2018. Damit bestätigten sich die Befürchtungen der Branche, erklärte die WVZ. Laut ihrer ersten Ernte- und Erzeugungsschätzung für 2019 werden sich die Rübenanlieferungen bundesweit auf insgesamt 26,19 Mio t belaufen und damit nur der Vorjahresmenge entsprechen. Dabei wird von einer Anbaufläche in einem Umfang von knapp 375 400 ha ausgegangen, was laut WVZ gegenüber 2018 eine Einschränkung um etwa 15 000 ha bedeutet.

 

Knapp 70 Tonnen

Der durchschnittliche Zuckerrübenertrag wird von der Vereinigung auf 69,8 t/ha geschätzt, der mittlere Zuckergehalt auf 18,2 %; daraus leitet sich eine Zuckerproduktion von 4,26 Mio t ab. Die erwartete Zuckererzeugung liege auf dem Niveau des Dürrejahres 2018, resümierte WVZ-Hauptgeschäftsführer Günter Tissen. Er wies erneut auf die prekäre Lage des Sektors hin. „Wir sehen hier neben witterungsbedingten Ausfällen auch die Folgen der fortdauernden Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten deutscher Anbauer bei Pflanzenschutzmitteln und Sonderprämien für den Rübenanbau“, stellte Tissen fest. Appelle an die Bundesregierung und die EU-Kommission, zielführende Maßnahmen gegen die Benachteiligung des Zuckerrübenanbaus in Deutschland zu ergreifen, seien bislang leider verhallt. Eine weitere Verschärfung der Krise im Zuckersektor sei zu befürchten.

 

Frankreich auch weniger

In Frankreich ist nach der ersten Schätzung des Statistischen Dienstes beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) für 2019 mit einer Zuckerrübenernte von 37,03 Mio t zu rechnen, was gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme um 6,9 % und im Vergleich zum mehrjährigen Mittel ein Rückgang um 3,6 % bedeuten würde. Auch in Frankreich ist die Einschränkung des Anbaus ausschlaggebend. Laut Agreste wurde die Rübenfläche im Jahresvergleich um 7,2 % auf 451 000 ha eingeschränkt. Im Hinblick auf die Erträge gehen die Statistiker in Paris aktuell von einer geringfügigen Steigerung gegenüber 2018 aus, und zwar im Landesdurchschnitt von 0,3 % auf 82,2 t/ha.