ForstRegeln für Wintersport im Wald

Regeln für Wintersport im Wald

Viel Schneefall bedeutet auch für die Wildtiere erschwerte Bedingungen.
Quelle: Paul Aniszewski/shutterstock

Österreich ist zur Hälfte mit Wald bedeckt. Diese ganz besondere Kulturlandschaft bietet viele Möglichkeiten Erholung und Sport in der Natur zu genießen. Der Wald ist aber neben einem wunderbaren Erholungs- und Freizeitort vor allem auch Lebensraum vieler Wildtiere. Diese müssen im Winter auf ihren Energiehaushalt achten und jede Art von Stress vermeiden. Die Land&Forst Betriebe Österreich appellieren daher an Skitourengeher und Schneeschuhwanderer, diese immer beliebter werdenden Sportarten mit Rücksicht und Verständnis für die Natur auszuüben. Tourismusverbände, Grundeigentümer und zahlreiche Vereine und Kooperationen bieten bereits ein dichtes Netz an ausgewiesenen Strecken für Skitouren und Schneeschuhwanderungen an, wo man sicher sein kann, dass man in keinen sensiblen Bereichen unterwegs ist. Informationen und Hilfe bei der Tourenplanung mit Rücksicht auf Wildtiere und deren Ruhezonen bietet auch die Initiative „Respektiere deine Grenzen”.

Wildtiere brauchen Ruhe

„Wildtiere sind grundsätzlich gut an die Jahreszeiten angepasst und fressen sich im Herbst Fettreserven an. Im Winter brauchen sie zum Überleben viel Ruhe und Rückzugsräume, wo sie nicht gestört werden. Für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer gilt es daher, den Lebensraum der Tiere zu achten und zu respektieren. Wintersportler bewegen sich jedoch oft im Einzugsbereich von Wildtieren, die zu dieser Zeit besonders sensibel auf Störungen reagieren. Futtersuche und Fortbewegung verlangen ihnen bereits viel Kraft und Energie ab. Bei einer zusätzlichen Flucht durch den Schnee verbrauchen die Tiere so viel Energie, dass sie sogar daran verenden können“, appelliert Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, an alle Freizeitsportler in der Natur.

Jungwälder brauchen Schutz

Neben der Rücksicht auf die Wildtiere ist aber auch ein verantwortungsvolles Verhalten gegenüber dem Wald von großer Bedeutung. In schneereichen Gebieten sind Jungkulturen oft soweit mit Schnee bedeckt, dass sie nicht mehr sichtbar sind und erscheinen daher als vermeintlicher Skihang. In der Schneedecke werden jedoch die eingeschneiten Baumwipfel durch das Befahren und besonders durch Schwünge mit den Skikanten verletzt. Das Österreichische Forstgesetz untersagt Sommer wie Winter das Betreten und Befahren von Jungwäldern unter einer Höhe von drei Meter. „Wir bitten Skitourengeher unbedingt junge Baumkulturen zu meiden. Die Bäume dieser Jungbestände dürfen nicht beschädigt werden. Diese Flächen sind oft auch Aufenthaltsbereich von Wildtieren“, erklärt der Verbandspräsident. „Wir brauchen dringend die Verjüngung in den alpinen Wäldern zur Aufrechterhaltung aller Schutzfunktionen für die Zukunft“, so Montecuccoli weiter.

RespekTIERE deine Grenzen

5 Regeln für ein verantwortungsvolles Schneeschuh- oder Skitourengehen:

  • Wo vorhanden, auf gekennzeichneten Touren bleiben; Hinweistafeln sowie Schutz- Schon- und Sperrgebiete unbedingt beachten.
  • Rücksicht auf Wildtiere: Futterstellen meiden und bei Sichtung eines Wildtieres sofort und ruhig zurückziehen.
  • Junge Baumkulturen (unter drei Meter) meiden, die Skikanten können große Schäden an den Bäumen anrichten.
  • Keine Abfälle zurücklassen.
  • Lärm vermeiden.