LandtechnikGrünlandtechnikPöttinger Grünland-Neuheiten zur Agritechnica

Pöttinger Grünland-Neuheiten zur Agritechnica

Neue Pöttinger Erntetechnik im Feldeinsatz.
Quelle: Paar

In der LANDWIRT Ausgabe 19/2019 haben wir den Praxistest der neuen seitlich aufgehängten Pöttinger Heck-Scheibenmäher-Baureihe Novadisc veröffentlicht. Der Hersteller hat aber auch seine Frontmäher mit Alpha-Motion weiterentwickelt. Außerdem erweitert das Unternehmen das Programm von Heck-Scheibenmähern mit Querförderschnecke ohne Aufbereiter nach unten.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Pöttinger in absehbarer Zeit mit einem neuen Großraum-Ladewagen und neuen Features auf den Markt kommen wird. Der genaue Zeitpunkt ist noch ungewiss. Fix ist aber, dass auf der Agritechnica ein Facelift vom Großraum-Ladewagen „Jumbo“ gezeigt wird.

Das neue Alpha Motion Pro zeichnet sich durch eine einfachere Wartung und Einstellung aus.
Quelle: Paar

Front-Scheibenmäher: Novacat Alpha Motion PRO

2005 stellte das Grieskirchner Unternehmen erstmals die „Alpha Motion“ Front-Scheiben- und Trommelmäher vor. Seitdem steht „Alpha Motion“ als Synonym für exzellente Bodenanpassung. Zur vorigen Saison hat Pöttinger die „Alpha Motion Master“ für kleine Traktoren adaptiert. Die „Master-Version“ sitzt etwas näher am Traktor und ist um rund 40 kg leichter. In knapp vier Wochen präsentiert der Hersteller erstmals die überarbeitete Standardversion von „Alpha Motion“. Die bewährte Kinematik für die Bodenanpassung ist gleich geblieben. Der Balken kann Unebenheiten etwa 16° quer und -9° bzw. +12° längs zur Fahrtrichtung ausgleichen. Mechanische Entlastungsfedern im Anbaubock sorgen für einen geringen Auflagedruck. Das System reagiert schnell und funktioniert daher auch bei hoher Fahrgeschwindigkeit gut.

Neu sind hingegen das Design, der Anbaubock, verschiedene Verbesserungen hinsichtlich Wartung und Reinigung und der Name. Das Gerät erhielt die Zusatzbezeichnung „Pro“. Pöttinger verzichtet wie schon bei der „Master-Variante“ nun auch beim „Standard-Alpha-Motion“ auf das Weiste-Dreieck. Das hat den Vorteil, dass der Anbaubock robuster und kompakter gebaut werden kann. Der Anbau ist aber auch ohne Schnellkuppeldreieck einfach. Pöttinger hat für die richtige Einstellung der Unterlenkerhöhe jetzt sogar eine visuelle, aus der Kabine gut sichtbare Anzeige in den Anbaubock integriert. Damit kann der Mähbalken optimal geführt und entlastet werden. Das Messen mit dem Meterstab ist somit Geschichte.

Die Schutzhaube vorne an den Entlastungsfedern lässt sich jetzt öffnen. Klappt man sie hoch, erhält man Zugang zu den Federn. Eine zentrale Schmierleiste vereinfacht die Wartung. Oftmals gab es Kritik, für das vordere Schutztuch, dass sich zu wenig öffnen lässt. Das wurde beim „Pro“ verbessert. Mit einem Handgriff lässt sich das obere Schutztuch unter den Rahmen schieben. Danach hängt man den runterhängenden Teil mit zwei Ösen nach oben und erhält so freien Zugang zum Balken. Reinigung und Messerwechseln sind dadurch deutlich vereinfacht.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass Pöttinger auch beim neuen „Alpha Motion PRO“-Mähwerk die neuen Gelenkwellen mit Vollschutztopf verbaut, die keine Sicherungsketten mehr benötigen. Das neue „Novacat Alpha Motion Pro“ gibt es in drei Arbeitsbreiten von 2,62 bis 3,46 m.

Mittig aufgehängter Heckscheibenmäher mit Querförderschnecke ohne Aufbereiter.
Quelle: Paar

Heck-Scheibenmäher: Novacat 302 CF

CF steht für „Cross Flow“ und ermöglicht eine Schwadzusammenführung ohne Aufbereiter. Eine im Mähwerk integrierte Querförderschnecke kann das Futter auf zwei Arten ablegen. Entweder zusammengeführt als Schwad oder bei geöffneter Rückwand flächig über die Arbeitsbreite des Heckmähers. Die Rückwand lässt sich komfortabel vom Traktorsitz aus hydraulisch öffnen und schließen.
Diese Art von Schwadzusammenführung ist im Vergleich zu Querförderbandsystemen um vieles leichter und benötigt weniger Kraft. Laut Hersteller hat die Querförderschnecke sogar eine geringe Aufbereiterwirkung. Durch die mitlaufende Schnecke wird das Futter auch bei geöffneter Rückwand (Breitablage) etwas zur Traktormitte gefördert.
Die Option CF gab es bisher nur bei der Mähkombination A10 oder in der 3,50-m-Variante. Ab sofort ist CF auch für das 3,0 m breite Novacat 302 erhältlich. Damit kann dieses Feature auch mit kleineren Traktoren genutzt werden. Beim Ausmähen kann man das Mähgut mit der Querförderschnecke nach innen transportieren. So geht beim anschließenden Grenz-Zetten kein Futter verloren. Eine weitere Möglichkeit ist z.B. das Mähen von etwa 11 m breiten Beeten.

In Kombination mit einem 3 m breiten Frontmähwerk mäht man bei zwei Fahrspuren rund 11 m. Da die beiden Mähschwaden aber innerhalb von etwa 6 m liegen, lassen sie sich mit einem Zweikreisel-Mittenschwader zu einem Schwad zusammenrechen. Das reduziert die Überfahrten und die Futterverschmutzung.

Pöttinger hat den Jumbo Ladewagen in vielen Detailbereichen verbessert.
Quelle: Paar

Facelift für 1020 Jumbo Ladewagen Baureihe

Äußerlich ist vom Facelift nicht viel zu sehen: lediglich neue Rotorverkleidungen aus Kunststoff und eine praktikablere Schlauch- und Gelenkwellenablage. An der linken Seite sorgt ein neues, CAN-BUS-gesteuertes Seitenbedienfeld für mehr Komfort beim An- und Abhängen des Ladewagens an den Traktor.
Die siebenreihige, zwei Meter breite Pick-up mit beidseitiger Kurvenbahnsteuerung hat nun verstärkte Zinken: 6 mm statt 5,6 mm wie bisher. Optional gibt es auch die „Superlage“-Pick-up mit einer Aufnahmebreite von 2,36 m. Auch bei der Pressenrückwand im Einzugskanal hat Pöttinger die Blechstärke von 4 mm auf 5 mm erhöht. Laut Hersteller soll sich die Standzeit dadurch um etwa 25 % erhöhen.
Wie bereits bei den kleineren Baureihen Pöttinger nun auch den Kratzboden im vorderen Bereich um 150 mm abgesenkt. Der dadurch verkürzte Förderkanal soll Leistung sparen und die Ausladung verbessern.

Neue Wege geht Pöttinger beim Fahrwerk. Bisher wurden BPW-Aggregate verbaut, ab sofort produzieren die Grieskirchner auch die Hydrofahrwerke für den Jumbo und auch für den Torro selbst: hydropneumatische Tandem- und Tridem-Fahrwerke mit 20 bzw. 27 Tonnen. Die Feinabstimmung der Federungscharakteristik lässt sich für den Leer- und den beladenen Zustand mit zwei unterschiedliche Stickstoffspeichern steuern. Ein maximaler Achsausgleich von bis zu 270 mm soll die Steigfähigkeit des Jumbos im Gelände und auf dem Silo sowie auf schlechten Straßen verbessern. Eine minimale Einfederung und breiter als bisher abgestützte Längslenkerfedern sollen für eine hohe Hangstabilität sorgen. Ein weiterer Vorteil der neuen Fahrwerke sollen die oberhalb der Achse montierten Bremszylinder sein. Da können sie nicht beschädigt werden und ermöglichen eine bessere Bodenfreiheit.
Verschiedene Fahrwerksoptionen wie z.B. hydraulische oder elektrische Zwangslenkung, eine in die Ladewagensteuerung integrierte Liftachse beim Tridem-Fahrwerk und eine dynamische Wiegeeinrichtung runden dieses Facelift ab.