AckerbauGetreidePassende Sorten für 2019

Passende Sorten für 2019

Foto: Oberforster

Das Ziel ist ein zeitiger Anbau in ein trockenes, feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett. Weil das Sommergetreide die Entwicklungsphasen von der Keimung bis zur Reife in kürzerer Zeit durchläuft, sind möglichst günstige Bedingungen zu schaffen. Die Saatkörner sollten 2 bis 3 cm bzw. auf leichteren oder trockenen Böden 3 bis 4 cm tief abgelegt werden. Bei zu tiefer Aussaat müssen die Pflanzen einen Halmheber ausbilden. Dabei werden Kornnährstoffe verbraucht wodurch die Vitalität sinkt. Diese geschwächten Pflanzen bestocken weniger und reagieren sensibler auf Trockenstress.

 

Braugerste ist knapp

In Mitteleuropa sind die Braugerstenmärkte knapp versorgt. Dies sollte sich auf die Vorvertragskonditionen günstig auswirken. Die Mälzer verlangen möglichst homogene Partien. Deshalb werden im Einzugsbereich einer Erfassungsstelle oft nur zwei bis drei Braugerstensorten angeboten. Wegen ihrer Ertragsstärke gehört RGT PLANET (Lagerung 5) in Österreich und in vielen europäischen Ländern zu den bedeutenden Sorten. Wertvoll ist auch der um 0,4 bis 0,7 % niedrigere Proteingehalt gegenüber Cerbinetta, Elektra, Esma, Laureate und Regency. Die kurzstrohige ESMA (Lagerung 4) hat ihren Schwerpunkt auf mittleren und besseren Böden des Waldviertels und der angrenzenden Gebiete im Weinviertel. Hier wird meist auch die nötige Kornsortierung erreicht. ELEKTRA reift mittelfrüh, ist mittelgut standfest (Note 4) und hat die schwierigen Bedingungen von 2018 ziemlich gut gemeistert. Die einige Tage später reifende und gut sortierende LAUREATE (Lagerung 5) bildet den Ertrag mit dichteren Beständen. Auf Böden guter Bonität sollten 700 bis 850 Ähren/m2 etabliert werden, eine höhere Saatstärke ist deswegen nicht erforderlich. REGENCY ist etwas hochwüchsiger und ertragsstark, im Vorjahr blieb sie unter ihren Fähigkeiten. In den Merkmalen Lagerung, Reife, Vollgerstenanteil und Proteingehalt ist sie wie Laureate eingestuft. Die mittelgut standfeste (Note 4) CERBINETTA verfügt über eine zufriedenstellende Korn- und Malzqualität. Von 2014 bis 2017 war sie die dominierende Sommerbraugerste im Wiener Becken und Weinviertel. In den kommenden zwei Jahren wird sie von Neuzüchtungen abgelöst. ZARASA (Lagerung 5) weist eine gute Kornsortierung auf, tendiert aber zu höheren Eiweißwerten und wird 2019 letztmalig als Braugerste übernommen. Die hierzulande noch nicht registrierte ELLINOR hat die Zustimmung der Malz- und Brauwirtschaft bekommen und wird von Raiffeisen Lagerhäusern im Wiener Becken angeboten. Ellinor brachte ähnliche Ertragsleistungen wie Esma, hat jedoch eine höhere Kornsortierung (16 Versuche von 2017 und 2018). Die langstrohige Erhaltungssorte TIROLER IMPERIAL, auch FISSER GERSTE genannt, wächst neuerdings wieder auf Tiroler Äckern. Obwohl sie proteinreich ist, wird sie auch als Braugerste eingesetzt.