BioBio-BauernNicht verschlafen!

Nicht verschlafen!

“Das neu gewonnene Vertrauen in die heimische Landwirtschaft gilt es nun zu nutzen”, meint LANDWIRT Redakteur Roman Goldberger.
Quelle: Christina Vetta

Es ist soweit: Restaurants, Gasthäuser  und Cafés dürfen wieder öffnen. Damit  steigt auch die Hoffnung der Bauern,  denn der Wegfall der Gastronomie hatte  gravierende Folgen auf die Agrarpreise.  Interessant ist, dass die Bio-Preise von  den Marktverwerfungen verschont  blieben. Nicht nur das: In Deutschland  berichten Marktanalysten sogar von  einer steigenden Nachfrage.

Das führt  zu zwei Schlussfolgerungen:

  1. Bio spielte in der Gastronomie allen  Beteuerungen zum Trotz kaum eine  Rolle und litt daher kaum durch  deren Wegfall.
  2. Die Corona-Krise führte zu einem  Hinterfragen des Einkaufsverhaltens.  Regionalität und Bio gewinnen an  Bedeutung.

Das spiegelt sich auch in mehreren  jüngst veröffentlichten Konsumentenumfragen  wider. Viele Menschen haben  in den Wochen des Lockdowns ihre  Liebe zum Selberkochen entdeckt. Hier  konnten sie im Gegensatz zur Job-Kantine  die Herkunft der Lebensmittel  wählen. Einer Umfrage zufolge will fast  die Hälfte der Befragten nach der  Corona-Krise mehr heimische Lebensmittel  kaufen, und ein Drittel will sogar  mehr Produkte direkt beim Bauern  beziehen.  Freilich kennt man solche Umfragen aus  der Vergangenheit. Regional, Bio und  Tierwohl sind die Weltmeister dieser  Studien. Im Supermarkt ist jedoch das  Portmonee der Chef. Es gibt aber  tatsächlich Indizien für ein sich änderndes  Verbraucherverhalten: Viele  Direktvermarkter berichteten von einem  regelrechten Ansturm an Neukunden.  Die sichere Versorgung mit regionalen  Lebensmitteln wurde vielfach thematisiert.  Dieses neu gewonnene Vertrauen  in die heimische Landwirtschaft gilt es  nun zu nutzen – in der Werbung, in der  Öffentlichkeitsarbeit und in den  Produktmarken selbst.  Verschlafen wir diese Chance nicht.