LandtechnikHoftechnikMultischieber FM-3200 von Hauer Metall-Technik im Test

Multischieber FM-3200 von Hauer Metall-Technik im Test

Hauer Metall-Technik Flügel-Multischieber FM-3200 beim Schneeräumen.

Der Flügel-Multischieber wurde ursprünglich zum Schneeräumen in der Stadt und auf Parkflächen entwickelt. Er kann aber viel mehr. Er lässt sich z.B. zum Verschieben von Silage, Hackschnitzel, Getreide, Sand, Schlamm u.v.m. einsetzen. Hauer Metall-Technik bietet den Schieber in zehn verschiedenen Arbeitsbreiten von 1,4 bis 4,6 m und mit unterschiedlichen Anbauvarianten an. Für unseren Praxistest stellte uns Hauer den Typ 3200 mit 3,2 m Arbeitsbreite und 3-Punkt-Aufnahme für Traktoren zur Verfügung. Gegen Aufpreis gibt es auch Anbauvarianten für Rad-, Hof- oder Frontlader mit parallelem Höhenausgleich und zu Kuppelplatten.

Hauer bietet verschiedene Anbauvarianten für Traktoren, Rad-, Hof- und Frontlader an.

Kein klassischer Schneepflug

Der Multischieber hat ein völlig anderes Schild als ein klassischer Schneepflug: Es besteht aus einem Gummi mit Gewebeeinlage und ermöglicht eine Vielfalt an Arbeitsstellungen. Der Schildträger lässt sich ähnlich wie ein Schneepflug um 30° nach links und 30° nach rechts schwenken. So kann das Schiebegut seitlich abfließen. Zusätzlich lassen sich die beiden äußeren Flügel um jeweils 60° nach vorne und 30° nach hinten schwenken. Klappt man beide Schenkel nach vorne, ergibt sich eine U-Form. Auf diese Art und Weise lässt sich das seitliche Hinausrieseln verhindern. Ideal zum sauberen Räumen von Flächen und zum Aufschütten eines Haufens. Klappt man einen Flügel nach vorne und den anderen nach hinten, ergibt sich eine Z-Stellung. So wird das Material auf der einen Seite sauber mitgenommen und kann auf der anderen Seite abfließen.

Der Grundträger und die beiden Schwenkflügel lassen sich unterschiedlich einstellen und kombinieren. So kann man die Räumbreite und die Durchfahrtsbreite an jede Situation anpassen. Die minimale Durchfahrtsbreite bei unserem 3,2 m breiten Testkandidaten beträgt 2,3 m.

Eine Anfahrsicherung wie bei einem herkömmlichen Schneepflug gibt es bei diesem Schild nicht. Ein Doppelschockventil im Hydrauliksystem sichert den Hauptträger, und zwei weitere, kombiniert mit Stickstoffblasen, dämpfen Stoßbelastungen an den beiden Flügeln.

Optional gibt es für die beiden Flügeln Schürfverstärkungen mit Gewebeeinlage.

Gummischild ist Verschleißteil

Gleich vorweg, über die Haltbarkeit des Gummischildes können wir keine Aussage machen. Es verschleißt vor allem an der Unterkante. Laut Hersteller ist es ein eigens entwickelter, widerstandsfähiger Gummi mit Gewebeeinlage, der eine lange Lebensdauer ermöglichen soll. Viel hängt natürlich auch vom Untergrund ab, auf dem das Schild zum Einsatz kommt. Sind an der Unterkante etwa 100 mm verschlissen, kann es nachgesetzt werden. Ist ein Nachsetzen nicht mehr möglich, muss es durch ein neues ersetzt werden. Dafür sind gute 1.000 Euro zu berappen.

Unser Schild war 70 cm hoch und 4 cm stark. Optional kann es auch mit 80 cm Höhe geordert werden. Eine 20 cm hohe „Schneeblende“ aus Metall leitet das Schiebegut nach unten.

Das Gummischild schont Pflastersteine und ermöglicht ein geräuscharmes Räumen. Das ist in Wohngebieten vor allem bei der nächtlichen Schneeräumung ein großer Vorteil. Die Gefahr, dass Kanaldeckel, Randsteine oder Hausmauern beschädigt werden, ist deutlich geringer als mit Stahlschildern. Zudem gibt es optional Schürfverstärkungen und Randabweiser. An unserem Testschild war an den beiden Flügeln eine Schürfverstärkung mit Gewebeeinlage angeschraubt.

Versperrbarer mechanischer Pendelausgleich.

Anbau an den Traktor

Die Dreipunkt-Aufnahme der Kategorie II ist serienmäßig. Für die Fixierung des Oberlenkers und der Unterlenker gibt es Bohrungen in verschiedenen Höhen. Stellt man das Gerät auf die schmalste Durchfahrtsbreite – Flügel in Z-Stellung und Schildträger maximal schräg –, ist zu beachten, dass das Schild im ausgehobenen Zustand nirgends am Fahrzeug ansteht. Sollte das der Fall sein, bietet Hauer optional Verlängerungsteile für die Unter- und den Oberlenker an.

Für eine saubere, vollflächige Schürfarbeit muss man die richtige Oberlenkerlänge wählen. Dazu schwenkt man die beiden Flügel im angehobenen Zustand nach vorne und lässt dann das Schild auf den Boden ab. Jetzt dreht man solange am Oberlenker, bis die untere Gummilippe komplett am Boden aufliegt.

Unser Testkandidat war optional mit zwei Stützrädern ausgestattet. Diese lassen sich mittels einer Lochleiste in der Höhe feinstufig verstellen. Zudem lässt sich der Schwenkbereich der Nachlaufräder mit einem Bolzen eingrenzen.

Für die Bedienung des Schildes bietet der Hersteller je nach Ausstattung des Trägerfahrzeuges verschiedene Möglichkeiten an. Grundsätzlich müssen drei Hydraulikkreise am Schild gesteuert werden. Unser Testschild benötigte dazu ein doppelt wirkendes Steuergerät an der Fronthydraulik. Die beiden seitlichen Flügel und der Grundträger lassen sich über die Bedienbox in der Kabine mit drei Befehlen anwählen und einzeln schwenken. Komfortabler geht es aber mit einem Joystick oder einem Kreuzsteuerhebel mit elektrischen Tastern. Eine solche Steuerung hat Hauer Metall-Technik ebenfalls im Programm.

An den optionalen Laufrädern lassen sich die Höhe und der Pendelbereich einstellen.

Das ist uns aufgefallen

Das Schild ist am Grundrahmen pendelnd aufgehängt und passt sich daher horizontalen Unebenheiten gut an. Der automatische Pendelausgleich lässt sich mit einem Hebel sperren.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Schneepflug wird der Schnee nicht seitlich ausgeworfen sondern nur nach außen gedrückt. Die abgeschobenen Flächen sind „glatt gepresst“ und daher sehr rutschig. Bei Hauseinfahrten und auf Parkplätzen lässt sich der Schnee in der U-Stellung einfach mitnehmen und auch wieder rasch entleeren. Viel Lob gab es auch für die hohe Aushubhöhe.

Laut Hersteller ist das Schild für eine Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 35 km/h ausgelegt. Die serienmäßigen Warnflaggen, die optional montierten LED-Begrenzungsleuchten und die saubere Verarbeitung aller Materialien runden den guten Gesamteindruck ab. In Serienausstattung kostet der 3,2 m breite Flügel-Multischieber gut 8.000 Euro inkl. MwSt.

 

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