LandtechnikBergtechnikMotormäherMotormäher TerraTec IBEX G2 im Praxistest

Motormäher TerraTec IBEX G2 im Praxistest

Der neue Steinbock – der Motormäher TerraTec IBEX G2. Foto: Paar
Seit Beginn des ersten Schnittes sind unsere Testfahrer über 120 Stunden mit der neuen IBEX-Generation G2 unterwegs gewesen. Dabei kamen verschiedene Anbaugeräte zum Einsatz: zwei Doppelmessermähbalken mit 3,0 und 2,4 m Breite, ein Schlegelmulcher mit 1,40 m Arbeitsbreite, ein 2,20 m breites Abräumgerät zur Heubergung. Eine Besonderheit abseits der technischen Beurteilung wurde von unserem Testteam immer wieder betont: „Dieser Mäher funktioniert einwandfrei. Es gab bisher keine einzige technische Störung.“ Aus unserer langjährigen Testerfahrung wissen wir, dass das bei den immer komplexer werdenden Landmaschinen leider immer mehr zur Ausnahme wird. Ähnlich begeistert waren wir auch von der neuen Technik.

Zwei kleine Mankos …

… konnten wir trotzdem feststellen: das Gewicht im extremen Steilhang und bei ungünstigen Bodenverhältnissen sowie bei langen Einsätzen das Kribbeln in den Händen. Sie trüben das sonst durchwegs positive Gesamtbild etwas ein. Das Grundgerät ohne Räder und Anbaugerät wiegt rund 264 kg. Das sind zwar um ein paar Kilogramm weniger als sein Vorgänger, der Ibex 28, hatte, aber doch mehr als der leichteste Mitbewerber. Einiges davon kann er dank der Verschiebeachse wettmachen, dazu aber später mehr. Positiv ist, dass insbesondere der Anbaubock gegenüber dem Vorgängermodell noch stabiler gebaut ist. Somit kann man auch sorglos schwere Anbaugeräte wie z.B. einen Kreiselheuer oder ein Nachsaatgerät anbauen. Nach stundenlanger Arbeit oder wenn es im Steilhang so richtig zur Sache geht, beklagte sich ein Testfahrer über kribbelnde Hände. Vermutlich hängt das aber mit seiner Körpergröße zusammen, da sich die Lenkholme nur in der Höhe, nicht jedoch in der Neigung anpassen lassen. Die Höhenverstellung ist einfach und rasch möglich. Der Holm lässt sich für den Transport ganz nach oben wegklappen.

Motorleistung reicht aus

Da das bisher verbaute Antriebsaggregat von Subaru Robin in der neuen Abgasnorm nicht mehr verfügbar ist, musste für die G2 ein neuer Motor her: Der Vanguard Briggs& Stratton Benzineinspritzer leistet 23 PS bei 3.600 U/min. Hört sich im Vergleich zum Vorgänger Ibex 28 wenig an, ist es aber nicht. Subaru Robin gab die Motorleistung bei 4.000 U/min an, die im Motormäher aber nicht zum Einsatz kommt. Vergleicht man die PS-Angaben bei derselben Drehzahl, leistet der neue Motor nur um 2 PS weniger. Unsere Testfahrer hatten aber das subjektive Gefühl, dass der neue Motor zumindest das Gleiche, wenn nicht sogar mehr leistet. Grund dafür dürfte das verbesserte Hydrauliksystem sein. Viel Lob gab es auch für die elektronische Motorsteuerung, den niedrigen Spritverbrauch und den leisen Motor. Steigt z.B. beim Mulchen die Belastung an, kann der Motor Drehmoment nachlegen, um die Drehzahl zu halten. Man muss daher nicht schon vorsorglich mit Vollgas fahren, wenn die maximale Leistung noch nicht benötigt wird. Die Motordrehzahl lässt sich mit einem zusätzlichen Potentiometer am Armaturenbrett feinfühlig einstellen. Zudem wird sie digital angezeigt.  Beim Mähen mit dem drei Meter breiten Portalbalken begnügte sich der Ibex G2 durchschnittlich mit 2,6 Litern pro Stunde, bravo!

Vollwertige Zusatzhydraulik

Das überarbeitete und erweiterte Hydrauliksystem ist ein echtes Highlight beim Ibex G2. Der Mäher lässt sich äußert komfortabel und feinfühlig manövrieren. Für diverse Anbaugeräte stellt er eine vollwertige Zusatzhydraulik – für einfach oder doppelt wirkende Hydraulikzylinder, wahlweise sogar mit Rasterung und Schwimmstellung – zur Verfügung. Mit Magnetumschaltventilen sind sogar noch weitere Hydraulikkreise realisierbar. Damit bleibt kein Wunsch offen. Ermöglicht wird das durch zwei zusätzliche Zahnradpumpen. Die Funktionen der Anbaugeräte, die hydraulische Achsverschiebung und auch das Öffnen der Bremsen sind völlig voneinander getrennt. Spürbar ist diese Effizienzsteigerung vor allem bei der hydraulischen Achsverschiebung. Sie ist deutlich schneller als beim Vorgängermodell. Zudem hat der Hersteller den Verstellweg um 3 cm auf 35 cm verlängert. Die Achsverschiebung hilft immer das optimale Auflagegewicht für das jeweilige Anbaugerät einzustellen. Das Handling des Mähers ist dadurch in Steigfahrt, in die Fallrichtung und auch beim Verladen auf einen Transportanhänger hervorragend kontrollierbar. Sehr gut finden wir auch das Kühlsystem für das Hydrauliköl. Es besteht aus einer sechs Meter langen, spiralförmig aufgewickelten Stahlleitung und sitzt zwischen Motor und Tank. Das Öl wird nur durch die vorbeistreichende Kühlluft des Verbrennungsmotors mitgekühlt – ohne zusätzlichen Ventilator! Somit kann nichts kaputtgehen, genial einfach. Um die zu Beginn erwähnte Funktionssicherheit auch langfristig sicherstellen zu können, hat sich TerraTec beim G2 entschlossen, einen Hochdruckfilter ins Hydrauliksystem zu integrieren. Das gesamte Öl, das von vorne über das Anbaugerät zurück ins System fließt, wird gefiltert. Laut Hersteller sind in der Vergangenheit die meisten Fehler im Hydrauliksystem auf die Ölverschmutzung zurückzuführen gewesen. Damit soll jetzt auch bei häufigen Kuppelvorgängen Schluss sein! Die Fachwerkstätte kann beim Service den Verschmutzungsgrad des Filters messen und im Bedarfsfall austauschen. Das passt auch ins Bild unserer Testfahrer: „Der Ibex G2 ist sehr wartungsfreundlich.“  Noch einfacher zu bedienen Das einfache Bedienkonzept schätzten unsere Testfahrer und wohl auch alle anderen Ibex- Fahrer schon in der Vergangenheit. Am grundsätzlichen Konzept hat TerraTec nichts verändert. Es galt lediglich die neue „Motormäher- Norm“ zu integrieren. Diese besagt, dass für die Rückwärtsfahrt ein eigenes „Stellglied“ betätigt werden muss. Diese Forderung hat beim Ibex G2 zu einem zusätzlichen Knopf am rechten Multifunktions-Drehgriff geführt. Drückt man diesen Rückfahrknopf, bewegt sich die Maschine mit der ebenso gesetzlich neu festgelegten Maximalgeschwindigkeit von 4,5 km/h rückwärts. Lässt man den Knopf los, bleibt die Maschine stehen. Mit einem Doppelklick beschleunigt er wieder auf die davor eingestellte Vorwärtsgeschwindigkeit. Mit dieser neuen Lösung hat der Hersteller nicht nur die neue Norm erfüllt, sie hat auch einen praktischen Nutzen: Die Drehbewegung des Daumenrades steht nun zur Gänze zum Einstellen der Vorwärtsgeschwindigkeit von 0-8 km/h zur Verfügung. Der Fahrer muss zum Stoppen nicht mehr die Mittelstellung finden, sondern kann das Drehrad auf Anschlag drehen.

Freie Sicht auf Anbauplatte

Alle Motormäher haben für den Gerätewechsel eine Schnellkuppelvorrichtung. Leider ist diese oft schwer zu sehen. Diesem Blindflug hat TerraTec jetzt ein Ende gesetzt: Öffnet man die vordere graue Abdeckung und stützt diese in halboffener Stellung ab, kann man unter der Haube durchsehen und genau auf die Kuppelpunkte blicken. Auch dafür gab es viele Pluspunkte vom Testteam. Einziger Wermutstropfen: Bei manchen Anbaugeräten stehen die Ibex-Hörner (graue Abdeckung) in halboffener Stellung an. Beim Doppelmesser-Portalmähbalken ist uns aufgefallen, dass der seitliche Antrieb jetzt mit einem Blech geschützt ist. Auch der Seitenschuh ist kürzer geworden. Das reduziert die Tiefe und erleichtert dadurch den Transport mit einem Anhänger. Das Standard-Anbauprogramm von Terra- Tec umfasst folgende Geräte: Mähbalken von 1,96 bis 3,5 m und Mulcher von 1,2 bis 1,6 m. Oft werden auch andere Geräte von Herstellern an den Ibex angebaut, wie z.B. in unserem Fall der RüttelMax von Agrartechnik Seeber.
LANDWIRT Bewertung 
+ robuste Bauweise
+ Zuverlässigkeit
+ Hangtauglichkeit
+ hydrostatischer Fahr- und Geräteantrieb
+ vollwertige Zusatzhydraulik
+ Hochdruck-Hydraulikfilter
+ Hydraulikkühler ohne Ventilator
+ keine Temperaturprobleme
+ keine Verschmutzungsprobleme
+ hydraulische Achsverstellung
+ einfache, komfortable Bedienung
+ feinfühlige Steuerung
+ elektronische Motorsteuerung
+ niedriger Kraftstoffverbrauch
+ großer Benzintank
+ schnelle Vorwärtsgeschwindigkeit
+ Lenkholm-Höhenverstellung
+ Turnaround-Funktion
+ Geräte-Schnellwechselsystem
+ Sicht beim Ankuppeln
+ wartungsfreundlich
+ vorbereitet für Funksteuerung
– Gewicht im extremen Steilhang
– „Kribbeln in den Händen“ bei Extremeinsätzen